Hamburgische Staatsoper
thumb|Hamburgische Staatsoper Die Hamburgische Staatsoper in Hamburg gehört zu den weltweit führenden Opernhäusern und blickt auf eine über 300-jährige Geschichte zurück.
Geschichte
Das Haus wurde am 2. Januar 1687 unter dem Namen Opern-Theatrum als erstes öffentliches Opernhaus in Deutschland gegründet. Zur Eröffnung wurde das Singspiel Adam und Eva oder Der Erschaffene, Gefallene und Aufgerichtete Mensch von Johann Theile aufgeführt. Gespielt wurde in einem länglichen Holzbau am Jungfernstieg, Ecke Gänsemarkt, der 1677 von dem italienischen Baumeister Girolamo Sartorio erbaut wurde.
Vom Ende des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts nimmt die Hamburger Oper eine führende Rolle in der musikalischen Welt Europas ein. Vor allem die Aufführung von Werken der bedeutenden Komponisten Reinhard Keiser, Georg Philip Telemann oder Georg Friedrich Händel unterstreichen dies. Händel ist während seiner Hamburger Jahre auch als Geiger und Cembalist bei der Oper beschäftigt. 1705 wurde hier auch seine erste Oper Almira uraufgeführt.
1738 muss das privatwirtschaftlich geführte Haus in Folge von Misswirtschaft und nachlassendem Publikumszuspruch schließen. Das Haus wird bis zum Abriss 1763 noch als Bühne für herumziehende Komödiantengruppen genutzt. So gelangt auch die italienische Oper nach Hamburg.
Im Ackermann'schen Comödiantenhaus werden ab dem 31. Juli 1756 wieder Opern aufgeführt, jedoch diesmal im Wechsel mit Schauspiel und Musiktheater. 1767 wird es in Deutsches Nationaltheater umbenannt, vor allem auf Drängen von Lessing, der bis 1797 als Dramaturg in Hamburg arbeitet und dort seine Hamburger Dramaturgie veröffentlicht. 1810 wird das Theater erneut umbenannt, es heißt nun Hamburgisches Stadt-Theater.
Das neue Stadt-Theater wird nach Plänen von Carl Friedrich Schinkel an der Dammtorstraße mit einem Fassungsvermögen von 2.800 Sitzen erbaut und am 3. Mai 1827 eröffnet. Speziell die Akustik hebt den neuen Bau gegenüber anderen Opernhäusern seiner Zeit ab. Damit baut die Hamburger Oper ihren internationalen Ruf weiter aus.
Trotz des 1. Weltkriegs, der für viele Mitarbeiter aus allen Bereichen den Einzug zum Militärdienst bringt, wird der Spielbetrieb auch in den Kriegsjahren aufrechterhalten. 1925 stimmt die Hamburger Bürgerschaft dem Umbau des Bühnenhauses zu, das in seiner Form noch heute in Benutzung ist.
1934 folgt in der Zeit des Nationalsozialismus eine erneute Umbenennung, diesmal in den bis heute gültigen Namen Hamburgische Staatsoper. Bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1943 wird der Zuschauerraum völlig zerstört, lediglich das Bühnenhaus bleibt verschont.
Schon 1946 geht es bereits kurz nach Kriegsende mit Genehmigung der Militärregierung mit neuen Aufführungen weiter. Der Zuschauerraum wird erst provisorisch ins Bühnenhaus integriert, später in die Ruine des Vorderhauses erweitert, so dass wieder 1.200 Zuschauer Platz finden. 1953 begann dann der Neuaufbau mit dem Abriss der Vorderhausruine. Bis 1955 entsteht dann ein neues Zuschauerhaus nach Plänen von Gerhard Weber, das mit einer Aufführung von Mozarts Zauberflöte am 15. Oktober eröffnet wird.
Heute gehört die Hamburgische Staatsoper zu den besten Opernhäusern der Welt, die internationale Fachzeitschrift Opernwelt zeichnete sie 1997 sogar als "Oper des Jahres" aus.
