Hausschaf

Hausschaf
thumb|270px|none|Hausschafe
Systematik
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Schafe (Ovis)
Art: Wildschaf (Ovis orientalis)
Unterart: Hausschaf (Ovis orientalis aries)

Das Hausschaf (Ovis orientalis aries) ist die domestizierte Form des Wildschafs.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnungen des Schafes

Das männliche Tier nennt man "Bock" oder "Widder", das weibliche wird als "Mutterschaf", "Au" oder "Aue" bezeichnet. Jungschafe werden nicht nur als Lamm sondern auch als Jährling oder Zibbe bezeichnet. Das Schaf wird außerdem nach Alter bzw. Geschlecht unterschieden in:

Geschichte des Schafes als Haustier

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Schaf in den britischen Yorkshire Dales
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Schafe an der französischen Atlantikküste

Nach früherer Auffassung entwickelten sich die kurzschwänzigen Hausschafrassen Nordwesteuropas wie etwa die Heidschnucke und einige afrikanische Rassen aus dem Mufflon (Ovis orientalis musimon), die langschwänzigen Rassen (zum Beispiel Merino-, Fettschwanz- und Fettsteißschaf) dagegen aus dem Urial (Ovis vignei). Aufgrund neuerer Erkenntnisse hat sich aber die Auffassung durchgesetzt, dass alle Hausschafrassen und -Typen von nur einer Wildform, dem orientalischen Wildschaf (Ovis orientalis) abstammen. Der wissenschaftliche Name des Hausschafs variiert: Ovis ammon aries lautet er für jene, die alle altweltlichen Schafe zu einer Spezies zusammenfassen, Ovis orientalis aries für jene, die mehrere Arten anerkennen.

Schafe (und auch Ziegen) gehören zu den ältesten Haustieren. Schafe sind robuste und genügsame Tiere: Das macht sie anpassungsfähig in Bezug auf klimatische Bedingungen und Nahrungsangebot. Dies erleichtert die Schafhaltung und trug zur weltweiten Verbreitung dieser Nutztiere bei.

Ein sehr gründlich beschriebenes frühes Nutzschaf ist das so genannte "Torfschaf" der Schweizer Pfahlbausiedlungen, das in Verbindung steht zu verschiedenen neuzeitlichen Primitivrassen des alpenländischen Raumes wie dem Bündner-Oberländer-Schaf.

Sehr früh in der Geschichte der Schafzucht tauchen auch bereits Tiere vom Typ des Zackelschafes auf, die wegen ihrer gerade abstehenden und in sich gedrehten Hörner auffallen. Schon in bronzezeitlichen Beständen traten dann auch Vierhornschafe auf, deren herausragendes Merkmal die Bildung irregulärer zusätzlicher Hörner ist.

Die Schafzucht hat in vielen Kulturen, besonders im Mittelmeerbereich, die Alternative zur Landwirtschaft dargestellt.

Das Schaf hatte eine fundamentale Bedeutung in den alten Wirtschaftssystemen und diente lebendig als Lieferant von Milch (Schafsmilch) für Milchprodukte wie Joghurt, Kefir und Schafkäse sowie Wolle, als Schlachttier als Fleischquelle. Sie liefern auch das Rohmaterial für zum Beispiel Leim, Kerzen und Seife (Talg), kosmetische Produkte; ihr Darm wird zum Bespannen von Tennisschlägern verwendet, und nicht zu vergessen: der Dünger.

Heutige Nutzung

In Deutschland werden sie vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt. Sie erhalten Grünflächen oder Landschaftsformen wie die Heide in ihrer Form und Funktion. Ohne die Schafe würden diese Landschaften versteppen und verwalden. Eine besondere Funktion besitzen Schafe beim Schutz von Deichen. Nicht nur verhindern sie eine Versteppung, durch ihren Tritt festigen sie den Untergrund und leisten einen direkten Beitrag gegen einen möglichen Dammbruch.

Das dumme Schaf?

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Schafe stehen seit alters her in dem Ruf, dumm und furchtsam zu sein. Neuere Studien zeigen zumindest, dass sie ein gutes Langzeitgedächtnis haben

Eine breite symbolische Tradition macht sie zum Gegenstand der alten Kunst und Kultur; die Kirche benutzt die Metapher Hirt und Herde für Pastor und Gemeinde. Im Volksmund gilt das Schaf häufig als Inbegriff der Feigheit oder Dummheit. Und leider folgen auch Gelehrte häufig dieser Fehleinschätzung. So urteilte der berühmte Zoologe Dr. A. Brehm, Autor des zoologischen Standardwerks "Brehms Tierleben" über das Schaf: "Seine Furchtsamkeit ist lächerlich, seine Feigheit erbärmlich. Jedes unbekannte Geräusch macht die Herde stutzig, Blitz und Donner und Sturm und Unwetter überhaupt bringen sie gänzlich aus der Fassung". Forscher des Babraham Institute in Cambridge widerlegen dies jedoch in einer neusten Studie. Derzufolge kann sich das Schaf über 50 Gesichter von Artgenossen über zwei Jahre lang merken. Die genannte Studie führte ferner zu dem Ergebnis, dass das Aufhängen von Schafsportraits im Stall zu einer deutlichen Senkung des Adrenalinspiegels und der Pulsfrequenz beim Schaf führt. Die Forscher führten dies darauf zurück, dass das Schaf bemerkt, dass es "nicht alleine" ist. Das Aufhängen von Portraits mit abstrakten geometrischen Formen (wie bspw. Quadrate, Dreiecke etc.) führte zum Gegenteil, also Anstieg der Herzfrequenz auf 113 Schläge, Blöken, Toben und Rasen der Herde.

Fortpflanzung

Die Brunftzeit der Schafe liegt im Herbst. Schafe durchlaufen einen Menstruationszyklus von 17 Tagen und sind dabei während drei Tagen empfangsfähig. Die Tragzeit der Schafe beträgt ca. 5 Monate (durchschnittlich 150 Tage). Zwischen den einzelnen Rassen variiert die Tragezeit leicht.

Krankheiten des Schafes

Krankheiten des Schafs:

Schafsrassen

Ursprünglich wurden die Schafe wegen ihrer Wolle bzw. wegen ihrer Deckhaare gezüchtet. Darum werden die Schafrassen nach Qualität und Eigenschaft ihrer Deckhaare unterteilt. Man unterscheidet zwischen Merinos-, Langwoll-, Kurzwoll-, Grobwoll- und Haarschafen (kurze Deckhaare).

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Lleyn Schaf - eine englische Schafsrasse

Skelettaufbau eines Schafes

Bild:Schafskelett_MK1888.png
Skelett eines Schafes

Literatur

Bericht eines modernen englischen Landwirts, der ein Jahr im Leben eines Schafzüchters beschreibt.

Weblinks

20px WikiCommons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Ovis aries

See also: Hausschaf, Afrika, Art (Biologie)