Handelsstraße

Als Handelsstraße bezeichnet man seit der Antike bestimmte Altstraßen zu Lande. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Handel und sagt eher weniger über Qualität und Ausbauzustand der "Straße". Entscheidend sind wohl der Bekanntheitsgrad, die Nutzungshäufigkeit und die Namengebung.

In der Regel waren Handelsstraßen unbefestige Fahrwege, nur im Römischen Reich baute man die Handelsstraßen mit Pflaster teilweise zu Verkehrswegen (Via strata) aus, die mit heutigen Straßen vergleichbar sind. Der Verkehr erfogte in der meist mit Lasttieren oder unmotorisierten, mit Zugtieren versehenen Wagen. Als Handelsstraße gelten auch die Saumpfade, die in unwegsamen Gebirgslandschaften eingerichtet wurden. Wasserhindernisse wurden häufig in Furten überwunden. In klimatisch dafür geeigneten Gebieten werden eisbedeckte Flüsse und Seen als Handelsstraße benutzt. An Kreuzungspunkten, Brücken, Furten oder auch in Oasen sind oft die Wurzeln für Stadtgründungen zu suchen. Ebenso spielten im Netz der Handelsstraßen Ausspanne, Rasthaus, Chausseehaus und später Poststationen eine große Rolle, die sichere Übernachtungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, Zug- und Reittiere auszuwechseln.

Weltweit längste und vielleicht auch bekannteste Handelsstraße ist vermutlich die Seidenstraße. In Europa entstanden aus den Handelsstraßen die späteren befestigten Landstraßen. In Deutschland folgen fast alle einstelligen Nummern der Bundesstraßen im groben Verlauf wichtigen alten Handelsstraßen, so zum Beispiel die Bundesstraße 1 auf einer Teilstrecke dem Hellweg. Weitere bekannte Handelsstraßen sind die Salzstraßen, die Bernsteinstraße u. a.

Siehe auch: Reichsstraße, Verkehrsnetz, Post, Poststraße, Straßennetz

See also: Handelsstraße, Altstraße, Antike, Ausspanne, Bernsteinstraße, Binnensee, Brücke, Bundesstraße, Bundesstraße 1, Chausseehaus