Handelssystem
Ein Handelssystem besteht aus einer Reihe von Bedingungen und Anweisungen für den Handel mit Wertpapieren und Futures. Man unterscheidet manuelle und mechanische Handelssysteme.
Manuelle Handelssysteme bestehen aus wenigen, einfachen Bedingungen und Anweisungen, die "von Hand" ausgeführt werden können. Mechanische Handelssysteme können sehr komplexe Algorithmen enthalten und werden von einem Computer ausgeführt.
Die meisten Handelssysteme stützen sich entweder auf die Fundamentale Analyse oder die Technische Analyse und deren Indikatoren, um Einstiegs- und Ausstiegsignale zu generieren.
| Inhaltsverzeichnis |
Bekannte Handelssysteme
Die bekanntesten Handelssysteme lassen sich in die folgenden Klassen einteilen:
Trendfolger
Ein Trendfolge-Handelssystem versucht, entstehende Trends möglichst frühzeitig zu entdecken und mit dem Trend zu handeln.
Pullback
Ein pullback-Handelssystem wartet auf eine außergewöhnliche Preisbewegung und nutzt eine kurz darauf folgende gegenläufige Korrekturbewegung.
Channel-Breakout
Die Preise verlassen einen vorher festgelegten Bereich, den "Channel". Je nach zugrundeliegendem Wertpapier und Zeitfenster wird dann entweder mit oder gegen diese Preisbewegung gehandelt.
Zyklen
Dieser Ansatz geht davon aus, dass in der Preisbewegung Zyklen enthalten sind. So gibt es z.B. jahreszeitliche Schwankungen bei den Preisen für Landwirtschaftsprodukte.
Datenbasis
Zur Entwicklung und Optimierung von Handelssystemen benötigt man Preis- und Volumendaten von der Börse. Man unterscheidet "End-Of Day" (EOD)-Daten, also ein Datensatz pro Tag, und "Intraday"-Daten, die jeden Handelsabschluss (Tick) an der Börse enthalten.
EOD-Daten sind für die wichtigsten Wertpapiere kostenlos im Internet erhältlich, z.B. von yahoo.com.
Intraday-Daten muss man bei einem Datenanbieter abonnieren. Man kann relativ günstig "verzögerte" Daten bekommen, die erst 15 Minuten nach den Transaktionen geliefert werden. Daten ohne Verzögerung werden "realtime"-Daten genannt und sind wesentlich teurer.
Entwicklung und Test
Mechanische Handelsysteme werden mit Hilfe der mitgelieferten Programmiersprache entwickelt und auf historischen Daten getestet. Oft werden die Parameter während der Testläufe optimiert. Dabei besteht stets die Gefahr, dass man die Parameter zu genau an die vorhandenen historischen Daten anpasst, und derselbe Algorithmus auf neuen Daten nicht mehr funktioniert. Auch dieser Effekt kann natürlich mit Hilfe historischer Daten simuliert werden. Diese Vorgehensweise nennt man "Walk-Forward Testing".
Software
Die verbreitetsten (kommerziellen) Software-Pakete für Entwicklung und Test von Handelsystemen sind (alphabetisch sortiert): MetaStock, Tradestation, Wealth-Lab
EOD-Handelssysteme können rasch und effizient in einem beliebigen Spreadsheet-Programm erstellt und getestet werden.
Weblinks
- MetaStock (Equis.com)
- Tradestation (OmegaResearch.com)
- Wealth-Lab (www.wealth-lab.com)
- (Handelssystem auf Basis Neuronaler Netze)
