Handlungskontrolle

Unter Handlungskontrolle versteht man in der modernen Volitionspsychologie Prozesse, welche eine aktuelle oder sich anbahnende Intention gegen konkurrierende Motivationstendenzen abschirmen. Der Begriff wurde in den frühen 1980er Jahren von Julius Kuhl eingeführt.

Das Konstrukt soll erklären, weshalb Menschen angesichts von stets vorhandenen und zahlreichen Motivationstendenzen sich für ein Handlungsziel entscheiden und dieses persistent verfolgen können. Würde stets die stärkste aktuelle Motivationstendenz handlungsleitend, würde daraus ein ungeordnetes ständiges Übernehmen und Wiederaufgeben von Intentionen resultieren, das so genannte Handlungsflimmern.

Handlungskontrollstrategien

Handlungskontrollstrategien sind Prozesse, welche die Aufrechterhaltung einer Intention unterstützen können. Dazu zählt Kuhl (1987) unter anderem:

Willensbegriff

Nach Kuhl können Prozesse der Handlungskontrolle schon vor der Intentionsbildung stattfinden, d.h. bestimmte Motivationstendenzen werden schon in der Phase des Abwägens gestärkt, andere geschwächt. Zudem können Handlungskontrollprozesse nach Kuhl auch unbewusst ablaufen. Damit geht Kuhl über die Definition des Willensbegriff, wie sie die Willenspsychologie des frühen 20. Jahrhunderts vornahm, weit hinaus.

Siehe auch: Wille (Psychologie)

Literatur

Heckhausen, H., Gollwitzer, P. M. & Weinert, F. E. (Hrsg.): Jenseits des Rubikon. Der Wille in den Humanwissenschaften. Berlin 1987: Springer. ISBN 3540173730 oder ISBN 0387173730.

See also: Handlungskontrolle, Julius Kuhl, Persistenz, Volitionspsychologie, Wille (Psychologie)