Hängegleiter

Ein Hängegleiter (manchmal auch Drachen oder Deltasegler genannt) ist ein Luftsportgerät, das im Wesentlichen aus einem stabilen Gestell aus Aluminium oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und einer meist zweilagigen Tragfläche aus Nylon-Stoff in Ripstop-Ausführung besteht. Diese wird zusätzlich mit Segellatten aus Kunststoff bzw. Aluminium versteift, die auch der Formgebung bzw. dem Erhalt der Profilform beim Flug dienen.

In Deutschland stellen Hängegleiter luftrechtlich eine eigene Ordnung innerhalb der Luftsportgeräte dar. Jegliche Hängegleiter mit Motor sind ebenfalls Luftsportgeräte, fallen dann darunter aber in die Ordnung der Ultraleichtflugzeuge.

thumb|Aufgebauter Hängegleiter vor dem Start

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Hängegleiter wurde vom NASA-Ingenieur Francis Rogallo für das sichere Zurückbringen von Raumschiffen zur Erde erfunden. Dieser wurde dann Anfang der 1970er zu dem Luftsportgerät Hängegleiter (aka Drachen, Deltasegler) weiterentwickelt.

1973 fanden die wahrscheinlich ersten Hängegleiterflüge in Europa durch Mike Harker von der Zugspitze und von Motta Naluns statt. Diese Flüge lösten jedoch ein grosses Echo in Fernsehen und Zeitungen aus, so dass in den Alpen ein regelrechter Boom ausgelöst wurde.

Aus den Hängegleitern wurden dann die ersten gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge gefertigt.

Fluggeräte

thumb|Gestarteter turmloser Hängegleiter Beim Flugsportgerät 'Hängegleiter' unterscheidet man im Wesentlichen zwischen so genannten Starrflüglern und den klassischen Drachen (oder auch Flexis genannt).

Klassische Drachen

Diese flexiblen Fluggeräte werden aus Nylon-Tuch und Rohren aus Aluminium oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt, wobei die Konstruktion meist eine gewisse Veränderung der Flügelform vom Flugzustand zuläßt (variable Geometrie).

Die Steuerung der Drachen erfolgt durch Verlagerung der Pilotenposition am sog. Trapez relativ zur Tragfläche. Dadurch wird der Schwerpunkt verschoben und damit das Gerät gesteuert.

Flexis lassen sich für den Transport relativ gut zerlegen und bilden so eine ca. 4 Meter lange "Wurst", die sich problemlos auf einem Fahrzeugdach transportieren lässt.

Turmlose Drachen

Der Unterschied dieser Fluggeräte besteht vor allem darin, dass die Stange (der "Turm") mit der zugehörigen Verspannung oberhalb der Tragfläche fehlt. Der dadurch verringerte Luftwiderstand wirkt sich positiv auf die Gleitleistung und die Vorwärtsgeschwindigkeit aus.

thumb|Starrer Hängegleiter

Starrflügler

Starrflügler bestehen aus festen Tragflächen - oft aus Verbundwerkstoffen. Wenn hier noch Tuch eingesetzt wird, dann nur als Bespannung dieser fixen Elemente. Die Steuerung dieser Fluggeräte erfolgt durch Störklappen auf der Flügeloberseite, die über Seilzüge mit dem Trapez verbunden sind.

Starrflügler haben den Vorteil einer viel besseren Gleitleistung, sind aber insbesondere beim Transport am Boden umständlicher.

Flugleistung

Beide Versionen können, je nach Auslegung, einen Piloten oder einen Piloten und einen zusätzlichen Passagier tragen. Diese hängen unter der Tragfläche, meistens auf dem Bauch liegend.

Gestartet werden Hängegleiter von Bergen, mit Hilfe von Windenschlepp oder auch durch F-Schlepp mit langsamfliegenden Ultraleichtflugzeugen.

Das Gleitverhältnis liegt zwischen etwa 1:8 und 1:12 für die flexible Version bzw. bei 1:15 für die Starrflügler.

Siehe auch

Gleitschirm, Segelflugzeug, Gemini-Projekt, Rettungsfallschirm

Weblinks

See also: Hängegleiter, 1970er, 1973, Alpen, Aluminium, Boom, Deutscher Hängegleiter-Verband e. V., Europa, Fernsehen, Francis Rogallo