Hanja

thumb|none|250px|das Wort "Hanja" in Hanja und in Hangeul
Hanja
Hangeul: 한자
Hanja: 漢字
Revidierte Romanisierung: Hanja
McCune-Reischauer: Hancha

Hanja (Han-Zeichen) ist die koreanische Bezeichnung für die Schriftzeichen der chinesischen Schrift, die in Südkorea zu einem geringen Teil noch neben der koreanischen Buchstabenschrift Hangeul verwendet werden. In Nordkorea sind sie seit 1949 für den offiziellen Gebrauch in Publikationen abgeschafft.

Eine andere Bezeichnung für Hanja ist der Begriff Hanmun (Hangeul 한문, Hanja 漢文), der nichts anderes bedeutet als Han-Schrift.

Ein entscheidender Impuls zum Zurückdrängen der Hanja waren nationalistische Motive während der japanischen Besatzungszeit. Denn nun wollten sich die Koreaner von den Japanern abgrenzen, die ebenfalls die chinesischen Schriftzeichen verwandten und außerdem die rein koreanische Schrift abschaffen wollten.

Nordkorea schaffte mit der Staatsgründung die chinesischen Schriftzeichen ab, revidierte diesen Schritt 1964 wieder und verlangt von seinen Schülern die Kenntnis von etwa 2000 Hanja. Der Mangel an Lesematerial in Hanja lässt jedoch die Vermutung zu, dass nur wenige jüngere Nordkoreaner tatsächlich Texte in Hanja lesen können.

Der südkoreanische Präsident Park Chung-hee ließ 1970 die chinesischen Schriftzeichen aus den Lehrbüchern der Schulen entfernen, da Hangeul leichter zu lernen sei und so der Alphabetisierungsgrad der Bevölkerung leichter anzuheben wäre. Doch 1975 änderte die Regierung ihre Bildungspolitik bereits wieder und das Erziehungsministerium veröffentlichte die Liste von 1800 Hanja, die für die Schüler verbindlich sein sollten. [[Bild:KoreanischeHomophone.png|thumb|Homophone sudo]] 1993 erlebten die Hanja einen großen Aufschwung als Südkorea diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufnahm. Doch die Schriftzeichenreform der Chinesen in den 1950er Jahren erschwerte die Lage, da sich die chinesischen Kurzzeichen von den traditionell in Korea verwendeten Langzeichen unterschieden.

Die aktuelle Situation ist, dass nur wenige Koreaner wirklich Texte in Hanja lesen können. Hanjas sind meist auf Landkarten und die Schreibung von Personennamen beschänkt.

Heute (2001) beginnt der Unterricht mit Hanja in der siebten Klasse und endet mit der Abschlussklasse 12. Das Pensum an Hanja für die Schüler beträgt 1800 Schriftzeichen, etwa 100 Zeichen weniger als japanische Schüler zu lernen haben.

Aussprache

Es gibt meistens zwei Möglichkeiten, Hanja auszusprechen, entweder rein koreanisch (Hun 훈 bzw. 訓) oder sinokoreanisch (Eum 음 bzw. 音).

Beispiel: Das Schriftzeichen 木 (= Baum; Radikal 75) wird koreanisch namu (나무) ausgesprochen. Die sinokoreanische Aussprache ist aber mok (목). Um Missverständnisse durch die Homofonie in der koreanischen Sprache zu vermeiden, kann das Schriftzeichen 木, wenn es isoliert steht, namu mok (나무 목) gelesen werden.

Verweise

Kanji - Hangeul - On-Lesung - Kun-Lesung


See also: Hanja, 1949, 1950er Jahre, 1964, 1970, 1975, 1993