Hans Freyer

Hans Freyer (* 31. Juli 1887 in Leipzig; † 18. Januar 1969 in Ebersteinburg bei Wiesbaden) war ein bedeutender und politisch umstrittener deutscher Soziologe und Philosoph.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Studium der Theologie, Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie in Greifswald und Leipzig promovierte er 1911. Die deutsche Jugendbewegung beeinflusste er mit seinen frühen Arbeiten zur Lebensphilosophie. 1922 erhielt er einen Ruf nach Kiel auf eine Professorenstelle, nachdem er sich 1920 habilitiert hatte.

Nach einer Berufung an die Universität Leipzig richtete er dort 1925 den ersten Lehrstuhl für Soziologie ein. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Lehrstuhl dem Institut für Kultur- und Universalgeschichte zugeordnet. Er hatte dort eine Proffessur für Politische Wissenschaft inne. Freyer war kein Mitglied der NSDAP. Inwieweit er deren Gedankengut verbreitete, wird unterschiedlich gewertet. Nach 1945 wurde er wiederum Professor für Soziologie. Dieses Amt bekleidete er bis 1948. In Leipzig prägte er eine Ausrichtung der Soziologie mit starken historischen Zügen (vgl.: "Leipziger Schule"). Von 1938 bis 1944 hatte er die Leitung des Deutschen Kulturinstituts in Budapest inne, die durch eine Gastprofessur ermöglicht wurde.

Er war evangelischen Glaubens und ging eine Ehe mit Käthe Lübeck ein, aus der vier Kinder hervor gingen.

Nach dem Krieg wurde seine Position in Leipzig, in der Sowjetischen Besatzungszone, zunehmend unhaltbar, und 1948 nahm er eine Beschäftigung in Wiesbaden als Angestellter des Brockhaus-Verlages an. Nach einer Lehrbetätigung an der Universität Münster von 1953 bis 1955 beendete er seine akademische Lehrtätigkeit. Noch 1954 hatte er eine Gastprofessur in Ankara wahrgenommen, wo er bei der Einrichtung eines Instituts für Soziologie Unterstützung gewährte.

Sein letzter Wohnsitz war in Wiesbaden. Er erhielt von der Stadt Wiesbaden einen Kulturpreis als Anerkennung seines Werkes.

Werk und Wirkung

Kritische Sichtung seiner wichtigsten Werke unter: Schriften Hans Freyers

Seine philosophische Orientierung stützte sich auf die Schriften von Hegel und Wilhelm Dilthey. In seiner Schrift Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft. Logische Grundlegung des Systems der Soziologie stellte er einen Ansatz für eine philosophische Soziologie auf, die sich auf die Historisierung der Kategorien stützte. Damit wollte er erreichen, dass die Soziologie als ebenbürtige Wissenschaftsdisziplin anerkannt werde. Die soziologische Wirklichkeitswissenschaft mit dem Status einer Ethoswisssenschaft wollte er als Erbin der Geschichtsphilosophie darstellen. Von der Strömung des Jungkonservatismus wurde er schon 1925 erfasst, als er mit seiner Schrift Der Staat die Notwendigkeit eines Staates ansah, der durch einen "Führer" gelenkt würde. In diesem Modellstaat sollte es eine Hierarchie mit einem "Stufenbau aus Über- und Unterordnungen" geben, welches mit einer ahistorischen, metaphysischen Konzeption begründet wurde. Noch weiter in diese Richtung tendierte er 1931 mit seiner Schrift Die Revolution von rechts, in der er den Freiheitsbegriff nur noch als kollektive Ausprägung gelten lassen wollte. Der Mensch sei nur frei, "wenn er in einem konkreten Gemeinwillen steht". Dabei sei die individuelle Freiheit zum Schutze der "Volksgemeinschaft" einzuschränken. In den weiteren Schriften der beiden Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg übte er auf die Meinungsbildung in der jungen Republik mit kritischen Zeitanalysen einen nachhaltigen Einfluss aus.

Schriften

Siehe auch Schriften Hans Freyers.

Siehe auch

Freyer, Hans Freyer, Hans Freyer, Hans Freyer, Hans

Personendaten
Freyer, Hans
deutscher Soziologe und Philosoph
31. Juli 1887
Leipzig
18. Januar 1969
Ebersteinburg bei Wiesbaden

See also: Hans Freyer, 18. Januar, 1887, 1911, 1920, 1922, 1925, 1931, 1938