Hans Kudszus
Hans Kudszus (* Juli 1901 in Schleswig; † April 1977) war ein deutscher Aphoristiker.
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Biographie
Hans Kudszus wurde 1901 als Sohn eines Offiziers geboren. Nach dem Besuch der Domschule und des Gymnasiums studierte er 18 Semester lang an verschiedenen Orten Philosophie, Mathematik und Physik – ohne Abschluss. Er arbeitete anschließend als Hauslehrer und kaufmännischer Angestellter. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er Soldat und kam 1945 in Kriegsgefangenschaft. Seit 1947 lebte er in Berlin-(West) als freier Schriftsteller in armen Verhältnissen. Im Tagesspiegel publizierte er Essays und Aphorismen, auf die der Berliner Philosoph Wilhelm Weischedel (FU Berlin) aufmerksam wurde. Theodor W. Adorno, der Kudszus ebenfalls sehr schätzte, schrieb ein lobendes Gutachten, und 1967 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der FU Berlin verliehen. Auf Anregung des Schriftstellers und Herausgebers Joachim Günther entstand 1970 der Aphorismenband Jaworte, Neinworte. Das Vorwort schrieb der Kabarettist Dieter Hildebrandt, der mit Kudszus befreundet war. Trotz seiner Publikationen und Auszeichnungen – neben der Ehrendoktorwürde ist hier der Kritikerpreis 1962/63 zu nennen – erlangte Kudszus keine hohe Popularität. In den letzten Jahren alkoholabhängig, starb Hans Kudszus 1977.
In seinem Nachlass fanden sich rund 1000 Aphorismen, von denen etwa 300 in dem Band Das Denken bei sich im Jahr 2002 veröffentlicht wurden. Das Vorwort schrieb abermals Dieter Hildebrandt.
Aphorismen
- Weisheit ist der Hirte der Geheimnisse, Klugheit der Jäger der Rätsel.
- Evidenzen sind die Meineide der Philosophen.
- Eines philosophischen Gedankens Wahrheit sind die von ihm hervorgerufenen Zweifel an ihr.
- Autorität verliert, wer sie beansprucht.
- Liebe hat die beste Erinnerung, Hass das beste Gedächtnis.
- Eine Erkenntnis, die mir zum Schicksal wird, ist unwiderlegbar.
- Die Treue ist dem Mann ein Kapitel der Metaphysik, der Frau ein Paragraph der Taktik.
Werke
- Jaworte, Neinworte. Aphorismen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1970
- Das Denken bei sich. Aphorismen. Köln: Matto, 2002, ISBN 3936392005
Literatur
- Gerd B. Achenbach: Das Denken bei sich – Meditation einiger Aphorismen von Hans Kudszus. Vortrag am 4. März 2005 auf CD [1]
- Friedemann Spicker: Der deutsche Aphorismus im 20. Jahrhundert. Spiel, Bild, Erkenntnis. Tübingen: Niemeyer, 2004, ISBN 3-484-10859-2, S. 666-670
Weblinks
- 15 Aphorismen
- Vom Sterben wissen, Friedemann Spicker über Hans Kudszus
- Ariadnefaden ohne Labyrinth, Rezension von Harald Hartung zu dem Band Das Denken bei sich, FAZ vom 27. Mai 2002
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kudszus, Hans |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Aphoristiker |
| GEBURTSDATUM | Juli 1901 |
| GEBURTSORT | Schleswig |
| STERBEDATUM | April 1977 |
| STERBEORT | |
