Hans Scharoun

Hans Bernhard Scharoun (* 20. September 1893 in Bremen; † 25. November 1972 in Berlin), deutscher Architekt, einer der bedeutendsten Vertreter der organischen Architektur.

Biografie

Nach dem Abitur in Bremerhaven (1912), studierte Scharoun bis 1914 an der Technischen Hochschule in Berlin. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er ab 1915 am Wiederaufbau-Programm für Ostpreußen mit, wonach er sich 1919 als freier Architekt in Breslau niederließ. An der dortigen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe erhielt er eine Professur und unterrichtete von 1925 bis 1932. Nach dem Krieg schloss er sich dem expressionistischen Architektenkreis Gläserne Kette von Bruno Taut an, 1926 trat er der Architektenvereinigung Der Ring bei. 1927 baute Scharoun ein Wohnhaus in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, und Ende der zwanziger Jahre zeichnete er für den Bebauungsplan der Großsiedlung Siemensstadt in Berlin verantwortlich. Ausgehend von Hugo Härings Theorie des neuen Bauens vertrat Scharoun einen Architekturbegriff, der sich vom Rationalismus und von vorgefertigten Formschemata löst, um das Gebäude jeweils aus einem besonderen Funktionscharakter heraus zu entwickeln. Dabei spielt die Gestaltung des sozialen Lebensraums eine zentrale Rolle. Während Scharoun in der Zeit des Nationalsozialismus nur Einfamilienhäuser bauen konnte, darunter das bemerkenswerte Haus Schminke (öffentlich zugänglich) im sächsischen Löbau (1933), konnte er nach dem Zweiten Weltkrieg in exemplarischen Bauten sein ebenso anspruchsvolles wie menschenfreundliches Architekturverständnis verwirklichen, z. B. in der Stuttgarter Hochhausgruppe Romeo und Julia (1954-1959), im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lünen (1956-1962) und in der berühmten Philharmonie in Berlin (1956-1963). Allen Gebäuden ist der neuartige Zugang zu einer überaus phantasievollen und sozial differenzierten Raumorganisation gemeinsam. Die Schule ist wie eine kleine, kind- und jugendgerechte Stadt geplant, die Hochhausgruppe mit ihrer vielgestaltigen Raum- und Funktionsaufteilung. Die Philharmonie schließlich, die international als einer der gelungensten Bauten ihrer Art gilt, ist Scharouns Hauptwerk. Um das Zentrum des Musikpodiums steigen terrassenförmig und unregelmäßig die Ränge der Zuschauer an, die Decke schichtet sich wie ein zeltartiges Firmament über die architektonische Landschaft.

500px|thumb|ein Spätwerk Scharouns: Theater in Wolfsburg, 1976 eröffnet (vier Jahre nach Scharouns Tod) Dem Erfolg der Philharmonie folgten weitere bedeutende Aufträge, so das Gebäude der Deutschen Botschaft in Brasília (1963-1969), das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven (1969-1975) und die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin (1964-1979).

Neben weiteren Ehrungen erhielt Scharoun 1959 das große Bundesverdienstkreuz, den Großen Preis des Bundes Deutscher Architekten (1964) und wurde 1969 Ehrenbürger von Berlin.

Hans Scharoun war ein Gründungsgmitglied der Paul-Hindemith-Gesellschaft in Berlin e.V..

Weblinks

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Personendaten
Scharoun, Hans Bernhard
deutscher Architekt
20. September 1893
Bremen
25. November 1972
Berlin

See also: Hans Scharoun, 1893, 1912, 1914, 1915, 1919, 1925, 1926, 1927