Hanta-Virus
Das Hanta-Virus und diverse Unterarten: Hantaan-Virus, Puumala-Virus, Seoul-Virus, Korea-Fieber-Virus, Sin-Nombre-Virus sind verantwortlich für schwere hämorrhagische Fiebererkrankungen insbesondere im südasiatischen Raum. Hanta-Viren sind weltweit verbreitet. In Mitteleuropa sind beispielsweise einige Regionen in Bayern und Baden-Württemberg als Endemiegebiete bekannt.
Der Name Hanta geht auf einen Fluss in Korea zurück, an dem in den 1950er-Jahren während des Koreakrieges Tausende UN-Soldaten an einer Infektion mit Hanta-Viren erkrankten.
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Übertragung
Die Übertragung geschieht durch verschiedene Nager, die mit dem Speichel, den Fäkalien und dem Urin große Mengen an Erregern ausscheiden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt sowohl durch Kontaktinfektion als auch durch orale oder respiratorische Aufnahme der Erreger. Eine mögliche Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nur in einem einzigen Fall in Südamerika beschrieben worden [P.Padula et al. 2004].
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beträgt 12 bis 21 Tage.
Symptomatik
Es kommt zu Fieber, Petechien, geringen Blutungen und Proteinurie; diese Symptome heilen ohne Folgen aus.
Bei bis zu einem Drittel der Erkrankten ergibt sich ein schwererer Verlauf: Nach einer Fieberphase von 3 bis 7 Tagen mit retroorbitalen Schmerzen, Myalgien, konjunktivalen Blutungen, Hautblutungen (Petechien) und Blutungen der Schleimhäute kommt es vorübergehend zu Hypotonie, Tachykardie und evtl. Bewusstseinsstörungen. Eine akute tubuläre und interstitielle Nephritis kann dann zunächst zu Oligurie mit Hypertonie führen; begleitend treten Erbrechen, gastrointestinale und zerebrale Blutungen, Hämaturie, selten Lungenödeme auf. Das Schicksal des Patienten entscheidet sich in dieser Phase. Anschließend kommt es zur diuretischen Phase (5. Krankheitswoche) mit einer Urinausscheidung von 3 bis 6 l/Tag. Die Genesung verläuft verzögert. Eine Anämie kann Monate fortdauern.
Die europäische mildere Form wird als Nephropathia epidemica bezeichnet. Dabei treten selten Blutungen auf. Akute Glaukomanfälle, eine Beteiligung des Zentralen Nervensystems (ZNS), Myokarditiden und intestinale Blutungen können als Komplikationen auftreten.
Diagnose
Die Erregerisolation ist im Tierversuch und in Zellkulturen zu Krankheitsbeginn möglich. Der serologische Nachweis wird im Immunfluoreszenztest und ELISA erbracht. IgM-Antikörper sind nur einige Wochen nachweisbar, wohingegen die 14 Tage nach Krankheitsbeginn auftretenden IgG-Antikörper jahrelang bestehen bleiben.
Prophylaxe
In ländlichen Gebieten ist eine Bekämpfung der Nagetiere wenig erfolgversprechend, in städtischen Gebieten sollte ihre Ausrottung systematisch betrieben werden. Impfstoffe sind noch nicht verfügbar.
Vorkommen
In Deutschland gab es im Oktober 2004 in Dormagen einige Fälle des Hanta-Virus. Nach Information des Gesundheitsdienstes für Stadt und Landkreis Osnabrück erkranken dort jährlich etwa 20-30 Personen an dem Virus, Tendenz steigend. So wurden bis Mai sechs Fälle in Bissendorf und zwei in Osnabrück-Stadt gemeldet.
Weiterhin erkrankte im November 2004 eine Frau in Würzburg. In den Jahren vorher traten dort einige weitere Infektionen auf.
Anfang 2005 gab es ca. 20 Fälle in Köln.
Im Mai 2005 gab es einen Fall im Raum Braunschweig.
Weblinks
- Merkblatt (PDF-file) Quelle: Robert Koch-Institut
- Aktuelle Häufung von Hanta-Virus-Infektionen in Niederbayern
- gute Links zum Thema Hantavirus auf medinfo.de
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