Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft

thumb|Auswanderer in Hamburg

Die Reederei der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) wurde am 27. Mai 1847 von Hamburger Kaufleuten und Reedern gegründet. Ihr Wahlspruch lautete Mein Feld ist die Welt!

Inhaltsverzeichnis

Personen

thumb|Adolph Godeffroy Vorsitzender Direktor der neu gegründeten Gesellschaft wurde der Kaufmann Adolph Godeffroy. Albert Ballin wurde 1886 Leiter der Passage-Abteilung. 1899 wurde er zusammen mit Wiegand Generaldirektor.

In den USA war der ehemalige Innenminister Carl Schurz Vertreter der Gesellschaft (1888-1892).

Geschichte

Die HAPAG startete im Oktober 1848 den Personen- und Frachtverkehr zwischen Hamburg und Nordamerika mit Seglern, ab 1855 auch mit Dampfern. Am 28. Dezember 1880 wurde mit dem Dampfer "Thuringia" eine direkte Linie zwischen Hamburg und Mexiko eröffnet. Im Jahr 1891 erfand die Reederei die Kreuzfahrt, die mit viel Erfolg zuerst für das Mittelmeer angeboten wurde.

Von Anfang an war das Auswanderergeschäft eine wesentliche und lukrative Erwerbsquelle. Aus Wettbewerbsgründen verwendete die HAPAG daher auch ab 1893 die Bezeichnung Hamburg-Amerika-Linie. Durch zahlreiche Auswanderungsagenturen in Deutschland und den Nachbarländern wurden Auswanderer geworben. Nachdem es in Osteuropa wiederholt zu Pogromen gegen Juden kam, wurden auch dort im großen Maßstab Auswanderer für die Hamburg-Amerika-Linie geworben, so dass diese Gruppe um die Jahrhundertwende den Hauptteil der Auswanderer stellte. 1899 wurde Albert Ballin Generaldirektor der HAPAG und baute diese maßgeblich zu einer erfolgreichen Reederei aus.

thumb|Plakat mit der Deutschland Um die Auswanderer in Hamburg besser betreuen zu können, wurden auf der Veddel ab 1900 die Auswandererhallen gebaut. Dieses weitab vom Stadtzentrum gelegene Quartier galt zur damaligen Zeit als Vorbild an Sauberkeit und Effektivität. Jeder mit dem Zug ankommende Auswanderer musste sich hier einer Personalienkontrolle und einer ersten Gesundheitsuntersuchung unterziehen. Um das Ausbrechen von Krankheiten auf den Schiffen zu verhindern, blieben Auswanderer dort bis zu 14 Tage in Quarantäne, bevor sie auf die Schiffe gehen durften. Durch diese Maßnahme sorgte die HAPAG auch dafür, dass mittellose Auswanderer nicht in die Stadt gelangen konnten. Zum einen wurden dadurch Hamburger nicht von den Auswanderern belästigt, zum anderen waren die unerfahrenen Emigranten so davor geschützt, überteuerte und unnütze Ware aufgeschwatzt zu bekommen. Die stetig wachsende Zahl von Auswanderern, die über Hamburg reisten, beweist den guten Ruf, den die Gesellschaft sich durch diese Maßnahmen verdient hat.

Mit dem Jahr 1900 führte die Reederei auch den Liniendienst mit Ostasien und Südamerika ein.

1910 wurde die HAPAG Generalvertreter des Luftschiffbauers Zeppelin und stieg damit in das Luftverkehrsgeschäft ein.

Unter dem Namen Hamburg-Amerika Linie betrieb die HAPAG die größte Schifffahrtslinie der Welt.

Erster Weltkrieg

Mit dem ersten Weltkrieg verlor die Gesellschaft alle ihre 175 Schiffe.

Deutsches Reich

Nach dem Krieg wurde die Gesellschaft wieder aufgebaut, jedoch ohne Ballin, der das vermeintliche Ende seines Lebenswerks nicht verkraftete und Selbstmord beging.

Die American Ship and Commerce Corp. von Averell Harriman erlangte 1920 die Kontrolle über die Hamburg-Amerika-Linie. Das von den Amerikanern Prescott Bush und Bert Walker betriebene Unternehmen nutzte gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Baron Rudolph von Schröder die Gesellschaft, um die NSDAP massiv zu unterstützen. Zu spät wurden die von Hitler ausgehenden Gefahren in Deutschland erkannt und der Versuch Deutschlands, Harrimans Hamburg-Amerika-Linie zu zerschlagen, scheiterte.

Die Firmenleitung traf am 5. September 1933 mit dem Norddeutschen Lloyd zusammen. Unter offizieller Nazi-Aufsicht fusionierten die beiden Gesellschaften. Prescott Bushs American Ship and Commerce Corp. installierte am 4. November 1933 Christian J. Beck, einen langjährigen leitenden Angestellten von Harriman als Manager für Schifffahrt und Operationen in Nordamerika.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg verlor die Gesellschaft erneut alle Schiffe.

Nachkriegszeit

Beim Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, der getrennt vom Norddeutschen Lloyd erfolgte, konzentrierte man sich auf den Frachtverkehr und begann 1966 mit dem Container-Geschäft.

1970 entstand durch die erneute Fusion mit dem Norddeutschen Lloyd die Hapag-Lloyd AG.

Bedeutende Schiffe

Erstes Schiff der Gesellschaft im Nordatlantik-Dienst war der Segler Deutschland.

Die Augusta Victoria war ab 1889 das Flaggschiff der Gesellschaft. Ab 1891 wurde der Doppelschrauben-Schnelldampfer auch für damals noch unbekannte Mittelmeerkreuzfahrten eingesetzt. Er wurde 1897 zu Ehren der letzten deutschen Kaiserin in Auguste Victoria umbenannt. Weitere Schiffe dieser Bauart waren die Columbia, Normannia und Fürst Bismarck. Die Strecke Hamburg-New York schaffte 1892 die Fürst Bismarck in nur sechs Tagen, 11 Stunden und 44 Minuten und war damit das schnellste Schiff auf dieser Strecke.

1896 wurde die Pennsylvania in Dienst genommenen. Sie konnte 2.725 Passagiere gleichzeitig befördern. Der Schnelldampfer Deutschland eroberte 1900 bei seiner Jungfernfahrt das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung.

Die beiden Schnelldampfer Imperator und Vaterland gehörten zu den größten Schiffen der Welt. Sie hatten jeweils 4.000 Passageplätzen. Ihre Fertigstellung war 1913 bzw. 1914.

Mit der Albert Ballin beginnt der Wiederaufbau der Flotte nach dem Ersten Weltkrieg. Kategorie:Deutschsprachige Emigration Kategorie:Reederei Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Deutschland) Kategorie:Unternehmen (Hamburg)

See also: Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, 1847, 1848, 1880, 1886, 1889, 1891, 1892, 1896, 1897