Hegau
[[Bild:Hohentwiel.jpg|thumbnail|right|180px|]] [[Bild:Hohenkraehen.jpg|thumb|180px|]] [[Bild:Hewenegg.jpg|thumbnail|right|180px|]] [[bild:Maegdeberg.jpg|thumb|250px|]] Der Hegau ist eine vulkanisch geprägte Landschaft in Süddeutschland zwischen Bodensee im Osten, Hochrhein im Süden, Donau im Norden und dem Randen als südwestlicher Ausläufer der schwäbischen Alb (bzw. dem Schweizer Kanton Schaffhausen) im Westen.
| Inhaltsverzeichnis |
Teillandschaften
Zum Hegau im weiteren Sinne gehören das Hegauer Kegelbergland, der an den Bodensee und den Hochrhrein angrenzende Uferbereich bis zum Rheinfall bei Schaffhausen im Süden, der Randen und die Hegaualb. Insgesamt finden sich eine Reihe kegelförmige Schlote von erloschenen Vulkanen in der Landschaft des Hegaus, die alle zwischen 600 m und über 800 m über NN hoch sind. Die Entstehung der Vulkane vor ca. 6 Millionen Jahren steht damit in Zusammenhang, dass sich im Tertiär der Oberrheingraben - gemessen an geologischen Zeitmaßstäben - relativ schnell absenkte.
Phonolithberge (östliche Reihe):
- Hohentwiel (686 m), siehe auch Festung Hohentwiel
- Hohenkrähen (643 m) als kleinster und steilster Kegel mit einer krönenden Burgruine
- Mägdeberg (664 m)
Basaltberge (westliche Reihe):
- Hohenstoffeln (844 m)
- Hohenhewen (846 m)
- Neuhewen (867 m)
- Hewenegg (812 m)
Alle diese Berge tragen oder trugen eine Burgruine auf ihrem Gipfel.
Städte und Orte
- Singen am Fuße des Hohentwiel, der Hauptort des Hegaus, ist Industriestadt und Eisenbahnknotenpunkt, hat jedoch Stadtrechte erst seit 1899.
- Stockach, die vor dem Aufstieg von Singen zur Industriestadt größte Stadt des Hegaus liegt am Nordwestende des Überlinger Sees in der Nähe der Stockacher Aach.Es ist weithin bekannt durch das "Hohe Grobgünstige Narrengericht", das alljählich am "Schmutzige Dunschdig" tagt.
- Aach ist die Stadt, in der der Aachtopf liegt.
- Engen liegt in einem engen Tal, einer "engi", in der Nähe des Hohenhewen.
- Tengen. Tengen-Hinterburg war einmal die kleinste Stadt Deutschlands, bis es zerstört wurde.
- Blumenfeld. Später konnte Blumenfeld mit 150 Einwohnern den Titel Kleinste Stadt Deutschlands für sich beanspruchen.
- Radolfzell am Untersee war die einzige reichsunmittelbare, Freie Reichsstadt.
Gewässer
- Die Donau im Norden, die zwar nicht oberirdisch durch den Hegau fließt, deren Wasser aber wegen der Donauversickerung zwischen Immendingen und Friedingen unterirdisch in die Radolfzeller Aach fließt.
- Die Radolfzeller Aach ist dank des Wassers aus der Donau der größte Fluß des Hegau, obwohl sie bis zur Mündung in den Untersee nur etwa 45 km lang ist.
- Im Süden grenzt der Hegau an den Zeller See, den Überlinger See, den Untersee und den aus ihm abfließenden Rhein.
- Die Stockacher Aach durchfließt den östlichen Grenzbereich des Hegau und mündet im Überlinger See.
- Der Lauf der Bieber grenzt den Hegau bis zur Mündung in den Rhein nach Westen ab.
Geschichte
Funde in der Steinzeithöhle Petersfels bei Engen zeigen, daß erste Menschen bereits in der Altsteinzeit im Hegau gewesen sein müssen. In der Jungsteinzeit wurden Pfahlbauten am Bodenseeufer gebaut. Ab 50 v.Chr. waren die Römer dreihundert Jahre lang im Zehntland. Um 260 gelang es den Alemannen den Limes zu überwinden. Die Ortsnamen mit der Endung "-ingen" weisen darauf hin, daß auch der Hegau allemannisches Siedlungsgebiet wurde (Rielasingen, Markelfingen,...). DasChristentum verbreitete sich nachdem Chlodwig 496 die Allemannen besiegt hatte. Kloster Reichenau wurde 724 gegründet. Der Hegauer Ritterbund "St.-Jörgen-Schild" pflegt ab 1400 vor allem das Raubrittertum, worauf die verbündeten oberschwäbischen Städte viele der Hegauburgen zerstörten. Was noch stand oder wieder aufgebaut worden war, wurde im Dreißgjährigen Krieg im Auftrag des würtembergischen Kommandanten des Hohentwiel, Konrad Wiederholt, zerstört. In der napoleonischen Zeit kam der Hegau (mit Ausnahme des Hohentwiel) an Baden. 1863 wurde die Bahnlinie von Waldshut über Singen nach Konstanz fertiggestellt, wenig später die Schwarzwaldbahn über Singen nach Konstanz und 1875 die Strecke nach Winterthur, im Hegau konnte sich Industrie ansiedeln.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Naturschönheiten
- Der Aachtopf, die größte Karstquelle Deutschlands
- Die Vulkanberge, "des Hergotts' Kegelspiel".
- Die Halbinsel Höri zwischen Stein am Rhein und Radolfzell
Burgen und Schlösser
- Die Festungsruine Hohentwiel die Ruinen des Hohenkrähen und des Mägdebergs, das "Friedinger Schlössle" beim ferner Singener Ortsteil Friedingen.
Städte und Orte
- Engen, Tengen und Blumenfeld, die Stadt Aach, Stockach, die Stadt der früheren Landgrafschaft Nellenburg-Thengen, Radolfzell, das Weltkulturerbe Kloster Reichenau auf der Insel Reichenau und die Blumeninsel Mainau in der Nähe von Konstanz.
Literatur
- Der Hegau - Landschaft zwischen Rhein, Donau und Bodensee, herausgegeben von Peter Greis, Freiburg im Breisgau 1990, ISBN 3-7930-0578-X
- Andreas Gruschke: Der Hegau, Freiburg im Breisgau 1991, ISBN 3-7930-0576-3
