Heinrich Freiherr von Stackelberg
Heinrich Freiherr von Stackelberg (* 31. Oktober 1905 in Kudinow bei Moskau; † 12. Oktober 1946 in Madrid) legte zusammen mit anderen Ökonomen wie Joan Robinson, Edward H. Chamberlin, Ronald H. Coase, Frederik Ludvig Bang von Zeuthen und Borge Barfod die wesentliche Grundlage für die Marketingtheorie, indem über die mikroökonomische Kostenzurechnung hinaus Verbundeffekte, Qualität und Vertriebswege berücksichtigt werden.
Der Sohn eines aus Estland stammenden Deutschbalten lebte während des ersten Weltkrieges mit der Familie in Jalta auf der Insel Krim, floh nach dem ersten Weltkrieg erst ins Baltikum, später nach Stettin. Politisch wurde von Stackelberg stark geprägt als Mitglied in der Freischar Junger Nationen. 1931 trat er in die NSDAP ein, später auch in die SS. Im Laufe der dreißiger Jahre distanzierte sich von Stackelberg jedoch vom Nationalsozialismus.
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln folgte im Jahr 1934 Habilitation. 1943 trat er eine Gastprofessur in Madrid an .
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Wissenschaftlicher Beitrag
Von Stackelberg entwickelte in seinem Werk Marktform und Gleichgewicht eine eigenständige Marktformenlehre, die sich insbesondere Oligopolen widmet. Er zeigte darüber hinaus auf, dass das Modell der vollständigen Konkurrenz völlig wirklichkeitsfremd ist. Reale Märkte werden meist von Oligopolen bestimmt, bei denen die Anbieter in der Lage sind, Preise zu beeinflussen. Überdies maß von Stackelberg auch den klassischen Marketingfunktionen wie Produktqualität und Vertriebsweg eine hohe Bedeutung als Wettbewerbsparameter bei. Er gab damit der damals jungen Marketingtheorie ein theoretisches Gerüst.
Stackelberg erweiterte das Cournot-Dyopol zum Stackelberg-Dyopol.
Wichtige Werke
- Grundlagen einer reinen Kostentheorie, Wien 1932
- Marktform und Gleichgewicht, Wien 1934
- Grundlagen der theoretischen Volkswirtschaftslehre, 2. Aufl., Bern 1951
- Theorie der Vertriebspolitik und Qualitätsvariation, in: Ott, A. E., Preistheorie, Köln 1965, S. 230-318
Literatur
- Xenia Matschkem Gauta, Tripathi: Das Stackelberg-Dyopol. In: Das Wirtschaftsstudium (WISU), 28. Jg., Heft 1 (Januar 1999), S. 114-120.
Weblinks
- André Reinke: Heinrich Freiherr von Stackelberg. In: ECOCHRON.
- von Stackelberg in der ZEIT-Bibliothek der Ökonomie
- Oligopolmodel von Stackelberg auf mikroökonomie.de
Stackelberg, Heinrich Freiherr von
