Heinrich von Gerstenberg

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (*3. Januar 1737 in Tondern in Schleswig † 1. November 1823 in Altona) war ein deutscher Dichter und Kritiker.

Er besuchte die Schule zu Altona, studierte in Jena die Rechte und trat hierauf in dänische Kriegsdienste. Während des Feldzugs gegen die Russen (1763) wurde er zum Rittmeister befördert, nahm aber 1766 seine Entlassung, kam 1768 in die deutsche Kanzlei und wurde 1775 dänischer Resident und Konsul in Lübeck. 1783 zog er sich nach Eutin zurück, wurde 1785 als Justizdirektor des königlichen [Lotto]s nach Altona berufen, wo er seit 1812 pensioniert, 1823 starb. Seine literarische Laufbahn begann er mit den "Tändeleien" (Leipzig 1750 u. öfter), im Stil der hallischen Anakreontiker. Ihnen folgten die "Prosaischen Gedichte" (Altona 1759), die "Kriegslieder eines dänischen Grenadiers" (das. 1762), die "Gedichte eines Skalden" (Kopenhagen 1766) und die Kantate "Ariadne auf Naxos" (Kopenhagen 1767). Am bekanntesten machte ihn sein Trauerspiel "Ugolino" (Hamburg 1768), einer der Vorläufer des Sturm und Drang, dessen grausigen Stoff er gewählt hatte, um eine gewisse Kraftgenialität des Ausdrucks entfalten zu können. Weit schwächer ist sein Melodrama "Minona" (Hamburg 1785). Seine "Briefe über Merkwürdigkeiten der Literatur" (Schleswig 1766 -70, 4Bde.) enthalten manche verdienstvolle kritische Arbeit. Weniger Bedeutung haben seine Schriften über die Kantsche Philosophie. Eine Sammlung seiner "Vermischten Schriften" erschien in 3 Bänden (Altona 1815).


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