Heinrich von Morungen
Heinrich von Morungen (um 1200) war ein bedeutender deutscher Minnesänger. [[Bild:Codex Manesse Heinrich von Morungen.jpg|thumb|240px|Herr Heinrich von Morungen (Codex Manesse, 14. Jh.)]]
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Leben
Aus seinen Liedern lässt sich kaum etwas über seine Lebensumstände erschließen. Möglicherweise war er mit jenem Hendricus de Morungen identisch, der urkundlich in Thüringen bezeugt ist. Dieser Hendricus gehörte dem niederen Rittertum an und stammte vermutlich von der Burg Morungen bei Sangerhausen. Als miles emeritus bezog er für "hohe persönliche Verdienste" (alta suae vitae merita) eine Pension seines Gönners, des Markgrafen Dietrich von Meißen, die er 1217 dem Leipziger Thomaskloster überschreiben ließ. Nach Quellen aus dem 16. Jahrhundert starb er dort 1222 nach einer Indienfahrt.
Das Spätmittelalter kannte eine märchenhafte Ballade vom Edlen Moringer, die auf Heinrich von Morungen übertragen wurde.
Werk
Von Heinrich sind 35 Minnelieder mit 115 Strophen überliefert, davon allein 104 Strophen in der großen Sammlung des Codex Manesse. Die Melodien zu den Liedern sind nicht erhalten.
Morungen ist ein sehr bildhafter Lyriker. Besonders das Bildfeld des Glanzes (Sonne, Mond, Abendstern, Gold, Edelstein, Spiegel) setzt er oft zur vergleichenden Beschreibung der besungenen, gepriesenen Dame ein.
Ein wesentliches Thema im Werk des Heinrich von Morungen ist die Dämonie der Minne (die Minne ist für die mittelalterlichen Autoren das Bild der antiken Liebesgöttin Venus); die Minne wird teils als magische, als krankmachende, ja sogar als tödliche Macht, aber auch als religiöses und mystisches Erlebnis erfahren.
In Form und Inhalt sind die Gedichte von der provenzalischen Trobador-Lyrik beeinflusst (daktylische Rhythmen, häufige Durchreimung). Es werden auch inhaltliche Motive von dort übernommen, so z. B. das sonst im dt. Minnesang selten vorkommende Motiv der Aufkündigung des Minnedienstes (Lied XXVII). Wurzeln sind zudem in der klassisch-antiken Literatur (Ovid) zu finden.
Eine Neuschöpfung Heinrichs ist der Tagelied-Wechsel.
Literatur
- Des Minnesangs Frühling, Band 1: Texte, Herausgegeben von Hugo Moser und Helmut Tervooren, 38. erneut rev. Auflage, Stuttgart 1988 ISBN 3-7776-0448-8
- Heinrich von Morungen. Lieder, Text, Übersetzung, Kommentar von Helmut Tervooren, (=Reclams Universal-Bibliothek; Nr. 9797), 3. bibliographisch erneuerte Ausgabe, Stuttgart 2003 ISBN 3-15-009797-5
- Helmut Tervooren: Heinrich von Morungen, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Hg. v. Kurt Ruh et al., 2. Auflage Band 3, Berlin, New York 1981, Sp. 804–815 ISBN 3-11-008778-2
Weblinks
- http://texte.mediaevum.de/texte/morungen.htm - E-Texte der Lieder bei Mediaevum.de
- Digitales Faksimile: Heinrichs von Morungen Lyrik im "Codex Manesse" (UB Heidelberg)
- "Nein, ja!" (Neuvertonung des Salzburger Ensembles für Alte Musik Dulamans Vröudenton)
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Heinrich von Morungen
| Personendaten | |
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| NAME | Heinrich von Morungen |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | mittelhochdeutscher Minnesänger |
| GEBURTSDATUM | |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
