Heißer Draht

Als Heißer Draht (engl.: hot line) wurde eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten aufgrund der Erfahrungen aus der Kubakrise am 20. Juni 1963 eingerichtet. 1966 folgte eine Verbindung mit Frankreich, 1967 mit Großbritannien. Sie sollen friedensgefährdende Missverständnisse verhindern helfen.

Für diesen Zweck war offensichtlich die höchste nur denkbare Sicherheit gegen Abhören oder Verfälschen der übermittelten Nachrichten vonnöten, andererseits gab es nur ein relativ geringes Nachrichtenvolumen. Aus diesen Gründen kam die Verschlüsselungstechnik des One-Time-Pad zum Einsatz - eine der wenigen bekannten Anwendungen des Verfahrens, das zwar absolute Sicherheit bietet, normalerweise aber zu aufwändig ist.

Um technisch bedingte Übertragungsfehler auszuschließen, muss die Leitung regelmäßig überprüft werden. In der Vergangenheit geschah dies, indem neutrale Texte ohne politischen Hintergrund ausgetauscht wurden ("the quick brown fox jumps over the lazy dog", d.h. "Der schnelle braune Fuchs springt über den faulen Hund", in der englischen Fassung enthält der Satz alle Buchstaben des englischen Alphabets). Die Verbindung zwischen den USA und der Sowjetunion wurde in einem ernsten Fall zum ersten Mal nach Ausbruch des Sechstagekrieges genutzt.

Die heute allgemein gebräuchliche Bezeichnung eines Service: Hotline für Beratung und Support in technischen oder allgemeinen Fragen bezieht sich auf diese friedenssichernde Einrichtung, die populär auch als das Rote Telefon bezeichnet wurde.

Eine Verwendung mittels eines "Roten Telefons" kam jedoch nie zum Einsatz. Es wurden Fernschreiber dazu eingesetzt.

See also: Heißer Draht, 1963, 1966, 1967, 20. Juni, Alphabet, Englische Sprache, Fernschreiber, Frankreich, Großbritannien und Nordirland