Hekurudha e Shqipërisë
Bei der Hekurudha e Shqipërisë (HSH) (albanisch für Eisenbahn Albaniens) handelt es sich um die albanische Eisenbahngesellschaft. Das Streckennetz der HSH hat eine Länge von 447 km, komplett unelektrifiziert. Die Spurbreite ist Normalspur (1435 mm). Die HSH hat ihren Sitz in der Hafenstadt Durrës.
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Geschichte
Alle albanischen Eisenbahnlinien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, oft in "Freiwilligen-Einsätzen" der Bevölkerung und Studenten. Die kommunistische Regierung zielte vor allem darauf ab, mit der Eisenbahn die im Landesinneren gelegenen Bergwerke mit den metallurgische Fabriken und Häfen verbinden zu können.
Vor dem Weltkrieg gab es lediglich einige Feldbahnen und die 12 km lange Minenbahn, die das Bitumen-Werk von Selenica mit der Hafenstadt Vlora verband (nach 1990 zerstört).
Die erste Eisenbahnstrecke des Landes wurde im Jahr 1947 zwischen Tirana und Durrës gebaut. In der Folge wurde das Streckennetz allmählich erweitert, wobei vor allem die Strecke nach Pogradec mit zahlreichen Brücken und Tunnels die Ingenieure vor größere Herausforderungen stellte.
Der einzige Anschluss ans internationale Streckennetz wurde 1986 zwischen Shkodra und dem montenegrinischen Podgorica eröffnet. Die Vollendung der Bauarbeiten hatte sich verzögert, weil es zwischen Jugoslawien und Albanien wegen der Unruhen in Kosova zu politischen Verstimmungen gekommen war. Diese Strecke wurde und wird nur für Warentransporte genutzt. Gemäß Auskunft der jugoslawischen Eisenbahn wurde im ersten Halbjahr 1990 174.300 Tonnen Waren über diese Strecke transportiert, 20 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode.
In den 90er Jahren zerstörten Vandalen und Alteisen-Diebe das Wagenmaterial und die Schienen der Strecke nach Montenegro. Die HSH musste beinahe ihren Betrieb einstellen, die Transportkapazitäten wurden um die Hälfte reduziert. Der Betrieb resp. Personentransport auf einigen Nebenstrecken wurde komplett eingestellt.
Im März 2003 wurde die Verbindung nach Jugoslawien wiedereröffnet.
Streckennetz
In Betrieb sind heute die folgenden Linien:
- Durrës-Vora-Tirana
- Durrës-Vora-Milot-Shkodra-Han i Hotit-(Podgorica (Montenegro))
- Milot-Rubik (nur Fracht)
- Durrës-Rrogozhina-Elbasan-Gur i kuq (vor Pogradec)
- Durrës-Rrogozhina-Fier-Vlora
- einige kleinere Fabrik- und Hafenanschlüsse
Nicht mehr im Betrieb ist die Strecke Rubik-Rreshen, deren Schienen für die Wiederherstellung des Stücks nördlich von Shkodra gebraucht wurden.
Während der 80er Jahre wurde an einer Verlängerung der Strecke nach Rreshen über Burrel bis Klos gearbeitet.
Ausbaupläne - oder Absichten - bestehen vor allem in zusätzlichen Anschlüssen ans internationale Eisenbahnnetz. Am realistischen ist eine Verbindung am nördlichen Ufer des Ohridsees nach Kicevo in Mazedonien. Kaum realisiert werden dürften Linien von Pogradec nach Florina in Griechenland und von Rreshen nach Prizren in Kosovo. Mit geringem Aufwand könnten Stichgleise von Lezha zum Hafen von Shengjin sowie - vermutlich im Rahmen einer neuen Stadtbahn in Tirana - zum Flughafen von Tirana errichtet werden. Für letzteres bräuchte es zudem noch ein kleines Verbindungsstück in Vora, damit Züge direkt von Tirana nach Norden fahren könnten.
Heutige Situation
Die Eisenbahn ist heute in Albanien von keiner großen Bedeutung mehr. Die meisten Leute bevorzugen es, auf der Straße zu reisen, was zwar nicht sicherer, aber doch schneller ist. Die Transportvolumina im Warentransport sind auch stark eingebrochen, als mit dem Ende des Kommunismus auch das Ende der meisten Fabriken und industriellen Anlagen im Land kam.
Mutwillige Zerstörung und mangelnde Finanzen für den Unterhalt versetzten die albanische Eisenbahn in einen desolaten Zustand. Das Rollmaterial ist meist sehr schlecht erhalten. In guten Fällen verkehren ausgemusterte österreichische oder italienische Wagen. Die Züge müssen meist sehr langsam fahren, weil Schienen und Bahndämme - einst mit einfachsten Mitteln errichtet - kein höheres Tempo zulassen. Meistens werden nicht einmal 50 km/h erreicht.
Zwischen Tirana und Durrës verkehren zur Zeit pro Richtung etwa neun Züge pro Tag. Auf den anderen Strecken gibt es täglich nur zwei Verbindungen; ausgenommen die Verbindung nach Elbasan mit einer zusätzlichen Fahrt. Das Reisen mit der Bahn ist in Albanien ausgesprochen günstig.
Mit ausländischer Unterstützung wird zur Zeit die Strecke Tirana-Durrës erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Züge zwischen den größten albanischen Städten mit deutlich höheren Geschwindigkeiten verkehren können, so dass die Eisenbahn als schnelle Alternative zur verstopften Straße dienen kann.
Weblinks
- Fan-Site über die Albanische Eisenbahn (in Englisch)
- Transportsministerium: Eisenbahnabteilung (in Albanisch)
- Transportministerium: Fahrplan (in Albanisch)
- Eisenbahnbilder aus Albanien
