Helsinki

Helsingin kaupunki
Wappen Karte
140px|Lage von Helsinki
Basisdaten
Staat: Finnland
Lääni: Südfinnland
Geographische Lage: 60° 10' N
24° 56' E
Höhe: XX m ü. NN
Fläche: 686 km² (Land: 186 km²)
Einwohner: 559.046 (31.12.2004)
Bevölkerungsdichte: 3006 Einwohner je km²
Oberbürgermeister: Jussi Pajunen
Website: www.hel.fi/

Helsinki /ˈhɛlsiŋki/ (schwedisch Helsingfors) ist die Hauptstadt von Finnland und der finnischen Landschaft Uusimaa. Helsinki ist gleichzeitig die größte Stadt Finnlands. Im Großraum Helsinki wohnen etwa 1,233 Millionen Einwohner, was gut ein Viertel der Gesamtbevölkerung Finnlands ausmacht. In Helsinki haben der Reichstag, Regierung, eine Universität, ein evangelisch-lutherischer, ein römisch-katholischer und ein russisch-orthodoxer Bischof ihren Sitz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

In Südfinnland am Finnischen Meerbusen (Ostsee) gegenüber der estnischen Hauptstadt Tallinn gelegen, erstreckt sich die Weiße Stadt am Meer über mehrere Inseln. Helsinki ist als Zentrum der Region Helsinki eng mit den umliegenden Städten Espoo, Vantaa und Kauniainen sowie den angrenzenden Gemeinden verbunden.

Entfernungen zu anderen Kommunen im Ballungsgebiet Helsinki:

  • Kirkkonummi (31 km)
  • Loppi (75 km)
  • Mäntsälä (61 km)
  • Nummi-Pusula (70 km)
  • Nurmijärvi (37 km)
  • Pernaja (80 km)
  • Pornainen (54 km)

Geschichte

Helsinki wurde 1550 auf Befehl des Königs von Schweden, Gustav Wasa, am Flüsschen Vantaanjoki gegründet, um einen Konkurrenzhafen zum russischen Reval zu schaffen.

Ursprünglich war Helsinki eine mittelalterlich anmutende Stadt mit eng zusammenstehenden Holzhäusern. Weil Helsinki aber für die Schifffahrt ungünstig gelegen war, blieb seine Bedeutung lange Zeit sehr begrenzt. Das änderte sich auch nicht, als der schwedische Statthalter Per Brahe 1640 die Stadt näher an das Meer verlegen ließ (andere Quelle: Unter der Königin Christine von Schweden 1642 an seine jetzige Stelle verlegt).

Im Jahr 1710 raffte eine furchtbare Pest ein Drittel der Bewohner hin. 1728 brannte die Stadt größtenteils ab. Am 4. September 1742 fand hier die Kapitulation Schwedens unter Löwenhaupt statt; 1749 wurde die Festung Suomenlinna (schwed. Sveaborg) angelegt.

Am 2. März 1808 wurde Helsinki von Russland unter General Friedrich Wilhelm von Buxhoevden besetzt und ein Jahr darauf durch eine Feuersbrunst abermals fast ganz zerstört. Der Stadtbrand zerstörte mit 70 Holzhäusern fast zwei Drittel der Stadt, außerdem dezimierten Seuchen die Bevölkerungszahl immer wieder. Der Stadtbrand hatte für die Stadt eine keineswegs unangenehme Folge: Sie wurde völlig neu geplant und großzügig angelegt. Am 8. April 1812 wurde Helsinki Hauptstadt von Finnland, als nach der Eroberung durch die Russen der Zar sich eine Hauptstadt für das Großfürstentum wünschte, die näher zu St. Petersburg (und damit zu Russland) lag. Die alte Hauptstadt Turku unterlag dabei eindeutig.

Seit 1815 wurde der Grund zum späteren Umfang der Stadt gelegt; seit 1819 war sie Sitz des finnischen Senats und damit endgültig Hauptstadt des Großfürstentums.

thumb|Helsingfors um 1895

Seit 1918 ist Helsinki Hauptstadt der unabhängigen Republik Finnland.

Die Bombenangriffe im Winterkrieg richteten in Helsinki schwere Zerstörungen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Helsinki schnell an internationaler Bedeutung. 1952 war die Stadt Austragungsort der Olympischen Spiele, und 1975 wurde hier der Grundstein für die KSZE gelegt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1983 31. Dezember):

1700 bis 1890

1900 bis 1987

1990 bis 2004

* zum Vergleich: Turku - 10.224

Politik

Stadtrat

Partei 1996 2000 2004
Konservative 24 25 25
Sozialdemokraten 21 18 21
Grüne 16 21 17
Linker Flügel 6 7 8
Schwedische Volkspartei 8 6 6
Zentrumspartei 3 4 4
Christdemokraten 2 3 2
Wahre Finnen - - 1
Kommunisten 0 0 1
Unabhängige 0 1 0

Zusammensetzung seit 1996:

Wie in allen finnischen Städten ist auch in Helsinki der Stadtrat die höchste Entscheidungsinstanz bei lokalen Angelegenheiten. Dazu zählen Stadtplanung, Schulen, Gesundheitswesen und öffentlicher Verkehr. Der aus 85 Mitgliedern bestehende Rat wird auf vier Jahre gewählt.

Traditionell stellt die konservative Koalitionspartei die stärkste Fraktion im Stadtrat, gefolgt von den Sozialdemokraten. Bei der Wahl im Jahre 2000 gelang es jedoch der Grünen Liga, die in Helsinki finnlandweit am stärksten ist, den zweiten Platz einzunehmen. Derzeit fallen 75 % der Sitze auf diese drei Parteien.

Der Linke Flügel und die schwedische Volkspartei haben beide 7-8 % der Sitze. Obwohl eine der drei größten Parteien des Landes, hat die finnische Zentrumspartei wie in den meisten anderen Großstädten nur eine geringe Bedeutung.

Städtepartnerschaften

Deutsche Partnerstadt von Helsinki ist Berlin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

thumb|right|Dom von Helsinki

Dass Helsinki geistiges, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Finnlands ist, erkennt man nicht zuletzt an der Vielzahl von Bibliotheken und Museen dies es hier gibt. In Helsinki gibt es rund 80 Museen, knapp 60 Ausleihstellen der Stadtbibliothek, drei Symphonieorchester, die Finnische Nationaloper mit Ballett, das Nationaltheater, das Schwedische Theater und weiter Theaterensembles. Ende August, Anfang September ist Helsinki Schauplatz der Helsinki Biennale. Konzerte, Ausstellungen, Oper und Ballet von internationalem Rang werden dann veranstaltet. Im Fünfjahreszyklus findet zu Ehren von Jean Sibelius der Internationale Violinwettbewerb statt.

Helsinki gilt als Hochburg des Klassizismus. Beispiele hierfür sind der Dom, erbaut zwischen 1830 und 1852 im Empirestil, das alte Senatsgebäude (Senaatintori) und die Universität, alles Werke des Architekten Carl Ludwig Engel, der sich St. Petersburg zum Vorbild nahm.

Man findet hier aber auch modernere Architektur, so z.B. den im Jugendstil gehaltenen Hauptbahnhof Helsinki, den finnischen Reichstag, das Konzerthaus Finlandia oder die in den Stein gesprengte moderne Felsenkirche Temppeliaukion kirkko. Das Olympiastadion ist eines der funktionalistischen Bauwerke der Stadt. Ebenfalls sehenswert ist die Uspenski-Kathedrale. Sie ist die größte orthodoxe Kathedrale Westeuropas. Für die musikgeschichtlich Interessierten lohnt sich die Besichtigung des Sibelius-Denkmals, das zu Ehren des Komponisten Jean Sibelius aus über 600 Stahlröhren errichtet wurde. Ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung ist der Südhafen mit dem Marktplatz Kauppatori. Dort steht auch eine der bekanntesten Statuen der Stadt, Havis Amanda.

Als Hauptattraktion Helsinkis gilt jedoch dessen landschaftliche Lage an der Schärenküste mit vielen vorgelagerten Inseln. Auf einer der Inseln, Seurasaari, liegt der Zoo der Stadt.

Auf mehreren der Stadt vorgelagerten Inseln befinden sich die Festungsanlagen Suomenlinna aus dem 18. Jhd., die Weltkulturerbe der UNESCO sind. thumb|Der Hafen von Helsinki im Sonnenuntergang thumb|Blick von der Brücke zur Insel Seurasaari

Wirtschaft und Infrastruktur

Helsinki ist Industriestandort für die Maschinen-, Textil-, Tabak-, Porzellan- und Zuckerindustrie. Der Hafen exportiert finnische Erzeugnisse in alle Welt, außerdem ist er Ankerplatz für die vielen Fischer, die die gefangenen Ostseeheringe (Silakka) jeden Morgen am Kai direkt vom Schiff aus verkaufen.

Verkehr

Der Hafen von Helsinki ist ein wichtiger Fährhafen für den Fracht- und Personenverkehr (Linienverbindungen u.a. nach St. Petersburg, Stockholm und Tallinn).

In Vantaa befindet sich der internationale Flughafen Helsinki-Vantaa. In Helsinki selbst gibt es einen Flughafen für die allgemeine Luftfahrt (Flughafen Helsinki-Malmi). Außerdem ist Helsinki Hauptknotenpunkt des finnischen Eisenbahnverkehrs (Finnische Staatsbahn VR) und hat den größten Busbahnhof des Landes (unterirdisch im 2005 eröffneten Kampin keskus).

Der städtische Personennahverkehr wird neben der U-Bahn Helsinki mit der Straßenbahn Helsinki und Bussen durchgeführt. Im Regionalverkehr besteht neben der S-Bahn Helsinki ein leistungsfähiges Netz von Regionalbussen.

Helsinki ist nördlicher Endpunkt der E67 Via Baltica.

Bildung

Helsinki hat 9 Hochschulen und Universitäten. Die größte Bedeutung haben die Universität Helsinki und die (heute in Espoo beheimatete) Technische Universität Helsinki.

Die weiteren Hochschulen sind:

Weblinks


See also: Helsinki, 1550, 1640, 1642, 1700, 1710