Helvetische Republik
[[Bild:NZZ 14 Mar 1798.jpg|thumb|230px|Die Titelseite der Zürcher Zeitung vom 14. März 1798 meldet die Einnahme von Bern durch die Invasionstruppen und die Konfusion und Uneinigkeit der Eidgenössischen Verteidigung.]]
Die Helvetische Republik war ein Staatengebilde im Raum der Schweiz, welches von 1798 bis 1803 bestand. Dieser Abschnitt der Geschichte der Schweiz wird Helvetik genannt.
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Gründung
Am 5. März 1798 marschierten französische Truppen in der Schweiz ein, was den Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft bewirkte. Die progressiven Kräfte setzten sich durch und gründeten einen zentralistischen Staat, der auf den Idealen der Französischen Revolution beruhte: Am 12. April wurde die "Helvetische Republik" ausgerufen. Diesem Staat erwuchs heftiger Widerstand, vor allem in der Innerschweiz. In Nidwalden und im Oberwallis kam es zu Aufständen, die von den Franzosen blutig niedergeschlagen wurden.
Zerfall
Auch innerhalb der progressiven Kräfte gab es keine Einigkeit über die Zukunft der Schweiz; Staatsstreiche waren während dieser Zeit an der Tagesordnung. Die Staatskassen waren durch die französischen Truppen geplündert worden, und es gelang dem neuen Staat nicht, ein funktionierendes Steuersystem zu etablieren. Die finanziellen Probleme und der fehlende Rückhalt des Zentralstaates in der Bevölkerung führten dazu, dass die Helvetik scheiterte. Als im Juli 1802 die französischen Truppen abzogen, brach die Helvetische Republik im Stecklikrieg faktisch zusammen. Am 19. Februar 1803 diktierte Napoleon Bonaparte die Mediationsakte, die einen Kompromiss zwischen der alten und der neuen Ordnung darstellte und das Zentralstaatsmodell beendete.
Gebietseinteilung
In der Helvetischen Republik waren die Kantone, welche zuvor praktisch souverän waren, zu reinen Verwaltungsgliederungen heruntergestuft. Um die alten Strukturen zu zerschlagen, wurden auch die Kantonsgrenzen neu gezogen. Die 19 Kantone nach der Gebietseinteilung von 1798 waren:
- Aargau (ohne Baden und Fricktal)
- Baden
- Basel
- Bellinzona
- Bern (ohne Oberland)
- Freiburg
- Léman (Waadt)
- Linth
- Lugano
- Luzern
- Oberland
- Rätien (Graubünden)
- Säntis
- Schaffhausen
- Solothurn
- Thurgau
- Waldstätten
- Wallis
- Zürich
Weblinks
- Die erste helvetische Verfassung vom 12. April 1798
- Das Ringen um eine neue Gebietseinteilung in der Helvetik
