Herbizid
Herbizide (lat.: herba = Kraut, Gras) oder Unkrautbekämpfungsmittel sind Substanzen, mit deren Einsatz in der Landwirtschaft selektiv (selektive Herbizide) oder nicht selektiv (Totalherbizid) wirtschaftlich uninteressante Begleitkräuter abgetötet werden sollen, ohne die Nutzpflanzen dabei zu schädigen.
Einteilung der Herbizide
Eine mögliche Einteilung erfolgt nach der Art der Wirkung:
- ätzende Herbizide
- wirken durch Verätzung der Pflanzen und sind relativ unspezifisch, schädigen somit Schad- und Nutzpflanzen gleichermaßen. Eine Anwendung ist somit nur bei einigermaßen räumlicher Trennung möglich. Beispiele sind gebrannter Kalk oder Chlorate.
- Wachstumshormone
- wirken als Wuchsstoffe und beruhen auf dem Prinzip, dass die Pflanze schneller wächst als sie sich mit Nährstoffen versorgen kann, was zum Absterben führt.
- Chloroplastensynthesehemmer
- hemmen die Bildung von Chloroplasten, die für die Photosynthese und damit für die Nahrungserzeugung zuständig sind.
- Totalherbizide
- wirken auf alle Pflanzen und töten sie ab. Die bekanntesten Totalherbizide sind das unter dem Handelsnamen RoundUp vertriebene Glyphosat und das nicht mehr im Handel erhältliche UnkrautEx auf Basis von Kaliumperchlorat. Seit einigen Jahren werden mit gentechnischen Methoden auch Pflanzen gezüchtet, die gegen Totalherbizide resistent sind. Diese sog. "Grüne Gentechnik" ist z.B. für die Totalherbizide RoundUp und Basta (Wirkstoff: Glufosinat) verwirklicht worden.
Einteilung der Herbizide nach Angriffspunkten im Stoffwechsel der Pflanzen:
- Mitosehemmer oder Keimhemmer
- hemmen die Zellteilung
- Wuchsstoff-Herbizide
- führen dazu, dass sich die Pflanzen "zu Tode wachsen"
- Aminosäure-Antagonisten
- hemmen die Bildung wichtiger Aminosäuren (Beispiel: Glufosinat)
Resistenzen
Durch den mehrfachen Einsatz einer einzigen Wirkgruppe über mehrere Jahre hinweg können besonders in Monokulturen resistente Unkräuter heraus selektiert werden. Dieser Vorgang wurde bei fast allen Wirkgruppen beobachtet. Besonders häufig werden dabei Pflanzen mit einer hohen Reproduktionsrate resistent. Ein aktuelles Beispiel stellt der Ackerfuchsschwanz in Deutschland dar. Seite des Herbicide Resistance Action Committee
Literatur
- Thomas Seitz, Michael G. Hoffmann, Hansjörg Krähmer: Herbizide für die Landwirtschaft: Chemische Unkrautbekämpfung. Chemie in unserer Zeit 37(2), S. 112 - 126 (2003), ISSN 0009-2851
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