Heros
Die männlichen Heroen, Singular der Heros (heutiges Griechisch ήρωας, íroas - der Held) bzw. die weiblichen Heroinen, Singular die Heroine (heutiges Griechisch ηρωίδα, iroída - die Heldin; die lautlich besser passende ηρωίνη ist die Rückübersetzung des deutschen Heroins) sind Gestalten der griechischen und römischen Mythologie, meist halbgöttlicher Herkunft.
Als Erweiterung des privaten Ahnenkultes spielt der Heroenkult eine wichtige Rolle für Staatswesen, Städte, Gemeinden und Heiligtümer. Die Berufung auf sagenhafte und halbgöttliche Gründergestalten stellte eine zusätzliche Legitimierung und Bindung dar und gewährleistete göttlichen Schutz. Die Reliquien der Heroen genossen besondere Verehrung und wurden in eigenen Heiligtümern aufbewahrt, meist bestehend aus dem Grab, einem Altar und einem Hain. An festgeschriebenen Festtagen wurden die vorgeschriebenen Opfer und Gebete dargebracht.
Drakon verankerte im späten 7. Jahrhundert v. Chr. den Heroenkult in der athenischen Verfassung. Olympia berief sich auf seine sagenhafte Gründung durch den Heros Pelops, der in einem entsprechenden Heiligtum verehrt wurde. Einer der bekanntesten Heroen war Achilleus, dessen Grab noch bis in die Spätantike besucht wurde. In Rom genossen die Stadtgründer Romulus und Remus besondere Verehrung.
Sonstiges
- Der Begriff "Heros" ist auch ein Teil der Funkrufnamen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.
- Das Heroin war ursprünglich im 19. Jahrhundert ein deutscher Markenname der Bayer AG, offensichtlich auf den Heros Bezug nehmend .
Siehe auch
Held, Volksheld, Nationalheld, Antiheld, Protagonist
Literatur
- Herbert Jennings Rose: Griechische Mythologie, 3. Aufl., München 1969
- Fustel de Coulanges: Der antike Staat, ISBN 3888511445
