Herzglykoside

Herzglykoside ist eine Oberbezeichnung für herzwirksame chemische Substanzen, deren gemeinsames Merkmal ein Aglykon ist, an das glykosidisch ein Zuckerrest gebunden ist. Man findet diese Glykoside in verschiedenen Pflanzen (Digitalis, Strophantus, Scilla, Convallaria) und auch in der Haut einiger Krötenarten.

Inhaltsverzeichnis

Wirkprinzip (Pharmakodynamik)

Die Wirkstoffe steigern die Kontraktilität der Herzmuskelfasern und erhöhen das Schlagvolumen bei gleichzeitiger Herabsetzung der Herzfrequenz. Damit wird bei einer Herzinsuffizienz die Herzarbeit ökonomisiert und eine Verbesserung der Pumpleistung erzielt.

Verstoffwechselung und Ausscheidung (Pharmakokinetik)

Die heute gebräuchlichen Herzglykoside werden oral (Digitalis) oder intravenös (Strophantin) verabreicht, ihre Verstoffwechselung und Ausscheidung findet vorrangig über die Niere (beim Digoxin) bzw. über die Leber (beim Digitoxin) oder kombiniert (beim Strophantin) statt.

Dosierung und Kontrolle

Da die Wirkstärke der Herzglykoside durch viele Medikamente wie auch durch schwankende Elektrolytkonzentrationen beeinflusst werden kann und sie darüber hinaus nur eine geringe therapeutische Breite besitzen, sollte ihr Einsatz in individueller Dosierung unter engmaschiger Blutspiegelkontrolle erfolgen.

Überdosierung und Antidot

Bei Überdosierung infolge von Therapiefehlern oder Suizidversuchen wird ein aus Schafserum gewonnenes Digitalis-Antidot verabreicht, das den Wirkstoff durch Bindung an Digitalis-Antikörper inaktiviert.


Siehe auch: Digitalisglykosid Digoxin Digitoxin


Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

See also: Herzglykoside, Antidot, Antikörper, Convallaria, Digitalis, Digitalisglykosid, Glykosid, Herzfrequenz, Herzinsuffizienz