Hessischer Rundfunk

[[Bild:ARD.png|thumb|Die neun ARD-Landesrundfunkanstalten]] Der Hessische Rundfunk (hr) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (Landesrundfunkanstalt) für das Land Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main. Der hr ist Mitglied der ARD.

Inhaltsverzeichnis

Studios

thumb|right|Hörfunk-Studio Darmstadt Der hr unterhält neben dem zentralen "Funkhaus am Dornbusch" mit Hörfunk- und Fernseh-Studios in Frankfurt am Main, Bertramstraße 8, noch Hörfunk-Studios in Darmstadt, Fulda, Gießen, Kassel und Wiesbaden (die beiden letzteren für Hörfunk und Fernsehen), sowie Büros im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, in Eltville, Erbach, Limburg an der Lahn und Marburg (Lahn). Weiter betreibt der hr seit 2000 auch Studios im 53. Stock des Maintower in der Frankfurter Innenstadt. Der hr betreut die ARD-Studios in Madrid und Prag.

Programme

Der hr veranstaltet alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen Rundfunk- bzw. Fernsehanstalten derzeit folgende Fernseh- und Hörfunkprogramme:

Fernsehen

Hörfunk

Die Programme hr klassik, hr-info und You FM werden mangels verfügbarer Frequenzen nicht flächendeckend über UKW ausgestrahlt. hr-info ist landesweit über Mittelwelle 594 kHz zu empfangen, muss sich diese Frequenz allerdings ab 19 Uhr mit dem Ausländerprogramm teilen. Der Hessische Rundfunk plant eine Verbesserung insbesondere der Versorgung mit hr-info und You FM; die Anzahl der Regionalprogramme in hr4 wurde im Sommer 2004 reduziert; die dadurch frei gewordenen Frequenzen sollen neu verteilt werden.

Aussprachedatenbank

Der hr ist Gründungsort und Sitz der Aussprachedatenbank der ARD, einer Gemeinschaftseinrichtung, die für die teilnehmenden Rundfunkanstalten korrekte Aussprachen (vor allem Orts- und Personennamen) recherchiert und online zur Verfügung stellt. Die adb bietet die Aussprachen in phonetischer Umschrift nach IPA, in vereinfachter Lautumschrift und als gesprochene Sprache (audiofile) an.

Geschichte

1924 wurde in Frankfurt am Main die "Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG" (SWR) gegründet, die zunächst privatwirtschaftlich arbeitete. 1925 wurde das Unternehmen Mitglied der Reichsrundfunkgesellschaft (RRG); in den folgenden Jahren entwickelte sich die SWR durch zunehmende behördliche Eingriffe in den Rundfunkbetrieb zu einer halbstaatlichen Institution. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 erfolgte die vollständige Verstaatlichung; 1934 wurde die SWR in "Reichssender Frankfurt" umbenannt. Während der NS-Zeit unterstand der Sender weitestgehender Kontrolle durch die RRG; 1939 wurde er Teil des neu gegründeten Großdeutschen Rundfunks.

Im Nachkriegsdeutschland gründete die amerikanische Besatzungsmacht 1945 den Sender "Radio Frankfurt", der aufgrund schwerer Kriegsschäden zunächst nicht die Anlagen des alten Reichssenders beziehen konnte, sondern aus provisorischen Studios im nahegelegenen Bad Nauheim sendete. Radio Frankfurt wurde 1948 in deutsche Hände übergeben und als "Hessischer Rundfunk" eine "Anstalt des öffentlichen Rechts" für das Bundesland Hessen. Eine der ersten Sendereihen war das "Abendstudio", das sich mit den "Strömungen der modernen Kultur" auseinandersetzte und bis 2003 einen festen Programmplatz hatte. Zum Maskottchen, zur Figur mit Wiedererkennungswert wird Onkel Otto, der im Regionalprogramm die Werbefilme verknüpft. thumb|Onkel Otto, Maskottchen des HR 1950 war der Sender Gründungsmitglied der ARD. Im selben Jahr startete er mit seinem zweiten Hörfunkprogramm hr2. Am 1. Juni 1964 folgte das dritte Hörfunkprogramm hr3, zunächst hauptsächlich mit Sendungen für "Gastarbeiter", doch ab 23. April 1972 wurde es zur Servicewelle ausgebaut.

Nur wenige Wochen nach dem Start des dritten Hörfunkprogramms startete der hr am 5. Oktober 1964 mit der Ausstrahlung eines eigenen "Dritten Fernsehprogramms" (zunächst als "Hessisches Fernsehprogramm", ab 1983 "Hessen 3", ab 1998 "hessen fernsehen"), das seit 2004 als "hr-fernsehen" geführt wird. Dieses Vollprogramm ist inzwischen auch über Satellit nahezu in ganz Europa zu empfangen. Über die Austastlücke des Programms "hessen fernsehen" wird seit 1. Juni 1985 der regionale Videotext-Dienst des hr unter der Bezeichnung "Hessentext" gesendet.

Am 6. Oktober 1986 startet das vierte Hörfunkprogramm "hr 4". Als letzte Hörfunkprogramme starteten am 5. Januar 1998 im Rahmen der so genannten "plus-Programme" des Hessischen Rundfunks die Programme "hr Klassik" als Ergänzung zu hr2 (zunächst noch unter dem Namen hr2 plus), das Jugendprogramm "XXL" und das Wirtschaftsprogramm "hr skyline" sowie das informationsorientierte Mittelwellenprogramm "hr chronos" (zunächst hr1 plus). "hr chronos" wurde im Zuge einer Programmreform zum Juli 2003 wieder eingestellt, die Mittelwelle übernahm seither tagsüber das Programm von "hr Skyline", abends wurden, wie vorher schon bei "hr chronos", die Gastarbeitersendungen der ARD ausgestrahlt. XXL wurde im Januar 2004 zu einem neuen Jugendprogramm "You FM". Am 30. August 2004 wurde aus dem Wirtschaftsradio "hr Skyline" der Nachrichtensender "hr iNFO". Im Februar 2005 resultierte aus dem politischen Beschluss, die Rundfunkgebühren nicht auf den von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) errechneten Betrag zu erhöhen, die Entscheidung, aus Ersparnisgründen Sendungen im Hessen Fernsehen zu streichen sowie die eigenständige Welle hr-Klassik aufzulösen und Programmanteile an klassischer Musik in die Kulturwelle hr2 zu integrieren

Intendanten

Klangkörper

Der hr verfügt über zwei eigene Klangkörper:

Berühmte Dirigenten, Musiker und Sänger:

Moderatoren, Redakteure, Regisseure und Kommentatoren

Sendeanlagen

Live-Stream

Der Hessische Rundfunk verzichtet auf ein Streaming der Programme hr1, hr2, hr4, hr klassik im Internet. Hinter diesem restriktiven Umgang mit Hörfunk-Streaming steht der Wunsch, Kosten zu sparen.

Lediglich hr3, YOU FM und neuerdings auch hr-info werden gestreamt, wobei für hr3 ein gesondertes Format in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut verwendet wird, für das eine gesonderte Software benötigt wird.

Weblinks

Modèle:Vorlage:Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland

See also: Hessischer Rundfunk, 1. Juni, 1924, 1925, 1933, 1934, 1939, 1945, 1946, 1948