Johannes Hevelius
Johannes Hevelius (nach seinen Schriften in lateinischer Sprache, deutsch Johannes Hevel oder auch Johann Hewelcke, polnisch Jan Heweliusz; * 28. Januar 1611 in Danzig; † 28. Januar 1687 ebendort) war ein Astronom und gilt als Begründer der Kartographie des Mondes.
thumb|Johannes Hevelius. Portrait aus seinem Werk "Selenographia"
thumb|Hevelius Quadrant
Hevelius stammte aus einer reichen Danziger Brauerfamilie. Er studierte 1630 Jura in Leiden, bereiste England und Frankreich, wo er unter anderem Pierre Gassendi (1592-1655), Marin Mersenne (1588-1648) und Athanasius Kircher (1602-1680) kennenlernte. 1634 ließ er sich auf dringende Bitten seines Vaters in seiner Geburtstadt als Brauer nieder. Er heiratete am 21. März 1635 die zwei Jahre jüngere Katharine Rebeschke, die zwei benachbarte Häuser besaß. Im folgenden Jahr trat Hevelius in die Zunft der Bierbrauer ein und wurde 1643 Zunftmeister.
Als sein Vater 1649 gestorben war, verband Hevelius die drei Häuser und errichtete auf den Dächern ein großes Observatorium. Nach und nach besorgte er sich zahlreiche Instrumente, neben Linsenfernrohren auch Teleskope, mit denen er die Oberfläche des Erdmondes untersuchte. Aus dieser Zeit stammt sein berühmtes Werk Selenographia sive Lunae Descrptio ....
Hevelius wurde 1651 Ratsherr und schließlich auch Bürgermeister. Seit 1639 galt sein Hauptinteresse der Astronomie, auch wenn er sich sein Leben lang in städtischen Angelegenheiten engagierte. 1641 errichtete er ein hervorragend ausgestattetes Observatorium - u.a. mit einem selbstkonstruierten Teleskop von 45 m Länge.
Hevelius beobachtete Sonnenflecke, führte neue Sternbilder ein, erstellte Mondkarten und entdeckte die Libration des Mondes. Seine Untersuchungen des Mondes veröffentlichte er 1647 in seinem ersten größeren Werk Selenographia. In den Jahren 1652, 1661, 1672 und 1677 entdeckte er vier Kometen. Er aufgrund seiner Beobachtungen stellte er die These auf, dass Kometen die Sonne in parabelförmigen Bahnen umkreisen.
1662 starb Hevelius' erste Frau, Katharine. Ein Jahr später heiratete er die junge Kaufmannstochter Elisabeth Koopmann. Vier Kinder entstammen dieser Ehe. Elisabeth unterstützte Hevelius tatkräftig und gab nach seinem Tod auch zwei seiner Werke heraus.
Im Mai 1679 kam der junge Edmund Halley (1656-1742) auf seiner Reise durch Europa auch nach Danzig. Er wohnte im Haus von Hevelius, und beide Astronomen arbeiteten etwa vier Wochen zusammen.
In der Nacht vom 26. auf den 27. September 1679 brannte seine Sternwarte ab, auch seine Bücher und Instrumente wurden ein Raub der Flammen. Hevelius machte sich zwar sogleich an den Wiederaufbau, erlebte die Fertigstellung aber nicht mehr.
Hevelius gilt als einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit und wurde von vielen Seiten unterstützt, so z.B. von Ludwig XIV. von Frankreich und dem polnischen König Jan Sobieski III., dem er das Sternbild Schild (Scutum) widmete.
Johannes Hevelius starb am 28. Januar 1687, seinem 76. Geburtstag, in seiner Geburtsstadt Danzig.
Eine Auswahl seiner wichtigsten Schriften:
- Selenographia (1647)
- Cometographia (1665)
- Machina coelestis erster Teil 1673 mit einer Beschreibung seines Instrumentariums; der zweite Teil ist äußerst selten, da nahezu die gesamte Ausgabe 1679 beim Observatoriumsbrand zerstört wurde.
- Annus climactericus
- Prodromus astronomiae 1664; posthum 1690 veröffentlicht
Weblinks
- http://mypage.bluewindow.ch/sternfreunde/hevelius.html - ausführliche Biografie
Hevelius, Johannes
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Hevelius, Johannes
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hevelius, Johannes |
| ALTERNATIVNAMEN | Jan Heweliusz (polnisch), Johannes Hevel (deutsch), Johann Hewelcke (deutsch) |
| KURZBESCHREIBUNG | Astronom |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1611 |
| GEBURTSORT | Danzig, Polen |
| STERBEDATUM | 28. Januar 1687 |
| STERBEORT | Danzig, Polen |
