El Hierro

thumb|Der Leuchtturm Faro de Orchilla am ehemaligen Nullmeridian

El Hierro (vormals Ferro) ist mit 280 km² die westlichste und kleinste der Kanarischen Inseln. Sie liegt ca. 60 km südlich von La Palma, ist an ihrer höchsten Stelle (dem Malpaso) 1.500 m hoch und hat ca. 7.700 Einwohner. Die Hauptstadt Valverde liegt im Nordosten der Insel.

Inhaltsverzeichnis

Ehemaliger Nullmeridian

thumb|right|280px|Ferro-Meridian und Greenwich-Längengrade

Bis zur Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert galt El Hierro als das äußerste Ende der westlichen Welt. Noch bis 1883 führte der Nullmeridian "Ferro" (alter Name von Hierro) durch die Insel. Er verläuft durch die westlichste der Kanarischen Inseln und ist durch genau 20°00' westliche Länge von Paris definiert.

Nach diesem Bezugsmeridian sind zahlreiche Navigations- und Landkarten vom 17. bis 19. Jahrhundert ausgerichtet, und auch die Landesvermessung (Gauß-Krüger-Meridianstreifen) einiger Länder bis etwa 1990. Ein wichtiger Vorteil dieser Längenzählung waren positive Werte für ganz Europa.

Erst 1884 wurde Greenwich als Bezugspunkt international festgelegt. Verschiedene Länder verwendeten bis ins späte 20. Jahrhundert hinein das alte Bezugssystem in der amtlichen Kartographie. Die Umrechnung zu Greenwich-Längen erfolgt mit dem international genormten Wert von 17° 40' 00" (siehe auch Hermannskogel und Rauenberg).

Koordinate: 27° 45' N, 18° 00' W

Geologie

El Hierro ist wie seine Nachbarinseln vulkanischen Ursprungs und bietet trotz der geringen Größe eine große landschaftliche Vielfalt. Der nach Nordwesten zum Atlantik offene Talkessel El Golfo stellt möglicherweise den Rest eines großen Vulkankraters dar, der durch einen Erdrutsch zerstört wurde.

Verkehr

El Hierro ist durch Flug- und Fährverbindungen mit Teneriffa verbunden. Vom Nordflughafen Los Rodeos auf Teneriffa fliegt in der Regel 3 mal täglich eine Turboprop-Maschine nach Valverde (ca. 30 Minuten), von Los Christianos gibt es 2 mal täglich eine Fährverbindung (ca. 4 Stunden) zum Puerto de Estaca unweit von Valverde.

Vegetation

thumb|right|El Sabinar: Windgebeugter Wacholderbaum Die Vegetation und damit das Landschaftsbild der Insel wird - wie auf den meisten kanarischen Inseln - bestimmt durch den Passat, einen feuchten, das ganze Jahr über mehr oder weniger konstant wehenden Nordostwind. Er bringt mit seinen Wolken den Nordhängen der Insel viel Feuchtigkeit, die eine Lorbeerwald- und teilweise üppige Gebüschvegetation begünstigt, während an der Südseite erheblich weniger Niederschläge fallen und dort nur eine entsprechend karge Pflanzenwelt gedeiht. Nur in den höheren Lagen der Südseite trifft man eine ausgedehnte Kiefernwald-Region an, in der es sich wunderschön wandern lässt. Im Gebiet um den an der Südspitze gelegenen kleinen Fischerhafen La Restinga fehlt die Vegetation fast gänzlich. Dafür erstrecken sich dort weite Lavafelder, die dem Besucher eine Fülle von skurrilen Strick- und Fladenlava-Formen bieten.

Im Inneren der Insel in der Nähe von San Andres findet sich eines der Wahrzeichen der Insel, der "arbol santo" oder Garoé, der heilige Baum der Ureinwohner. Ein kleines Informationszentrum informiert über Geschichte und Bedeutung dieses Baumes, der von den Ureinwohnern als "Wasserspender" genutzt und verehrt wurde.

Weitere Wahrzeichen sind die vom Wind gebeugten Wacholderbäume ("Sabinas") auf der im äußersten Westen der Insel gelegenen Hochfläche der Dehesa und die verschiedenen Fundstätten von Petroglyphen (Felsinschriften).

Tourismus

thumb|right|An der Grenze zum Nebelwald: Kapelle "Virgen de la Caridad", Hierro Badestrände sind auf der Insel Mangelware. Ein einziger schöner Sandstrand von einigen 100 Metern Länge ("Playa del Verodal") befindet sich an der Westküste. Wegen einer meist sehr ausgeprägten Brandung ist er jedoch nur geübten Schwimmern zu empfehlen. Im Golfo an der Nordwestseite der Insel gibt es jedoch einige durch kleine Mauern gegen die Brandung geschützte Meeresschwimmbecken ("La Maceta"). Ebenfalls zum Baden geeignet ist der kleine Sandstrand im Hafen von La Restinga, der durch seine durch die Mole geschützte Lage ganzjährig zum Baden im sehr sauberen Wasser einlädt. Eine auch bei den Herrenos sehr beliebte Badestelle ist das Tacoron, ca. 5 km nordwestlich von La Restinga. Sehr sauberes Wasser und eine artenreiche Fauna machen das Schnorcheln hier zu einem Erlebnis. Oberhalb der Badestelle gibt es schattige Grillplätze und einen kleinen Restaurant-Kiosk mit kanarischer Küche.

Besonders erwähnenswert: die vielen schönen Aussichtspunkte ("Miradores"), die an besonders exponierten Stellen und oft mit viel Liebe angelegt und ausgestaltet sind. Beispiele: Mirador de Las Playas am Ostrand der Insel über der Bucht von las Playas, Mirador de la Peña mit dem von César Manrique entworfenen Restaurant und einem beeindruckenden Blick auf die Bucht El Golfo, und viele andere.

Vom Massentourismus ist die Insel bislang verschont geblieben, und das soll nach dem Willen der Inselbewohner auch so bleiben. Die umständliche Erreichbarkeit und das weitgehende Fehlen von kinderfreundlichen Stränden tun das ihre dazu, um die Insel für Familienurlaube wenig attraktiv zu machen. Für den Individual-Urlauber jedoch ist sie mit ihren vielen verschiedenen Landschaftsbildern ein reizvolles Ziel.

Das "Mar de las Calmas" genannte Meergebiet an der Südwestküste der Insel gehört zu den besten Tauchgebieten Europas.

Literatur

Modèle:Vorlage:Navigationsleiste Kanarische Inseln Kategorie:Insel (Spanien)

See also: El Hierro, 15. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, 1883, 19. Jahrhundert, Amerika (Kontinent), Atlantik, Badestrand, Brandung