Hitlerputsch

Mit dem Hitlerputsch vom 8. und 9. November 1923 versuchten Adolf Hitler und andere Nationalsozialisten, die Regierungsmacht in München an sich zu reißen.

Der extrem nationalistische und monarchistische Generalstaatskommissar des Freistaates Bayern, Gustav Ritter von Kahr, plante schon länger einen Staatsstreich und einen "Marsch auf Berlin" nach dem Vorbild Benito Mussolinis. Die nationalsozialistische Bewegung um Hitler sollte daran beteiligt werden.

Doch dann schloss Kahr Hitler von seinen Umsturzplänen aus. Am Abend des 8. November 1923, als Kahr im überfüllten Münchner Bürgerbräukeller vor einer Versammlung über die Richtlinien seiner Amtsführung und seine Stellung zum Marxismus sprach, stürmte der 34jährige Hitler mit einem Stoßtrupp in den Saal und feuerte einen Pistolenschuss in die Decke. Auf dem Podium proklamierte er die "Nationale Revolution" und eine "provisorische Nationalregierung" unter seiner Führung zusammen mit dem General Erich Ludendorff als Kriegsminister. Die bayerische Regierung, die Reichsregierung und den Reichspräsidenten erklärte er für abgesetzt.

Anschließend drängte Hitler die Versammlungsleitung, bestehend aus von Kahr, Oberst Hans von Seißer und dem Generalleutnant Otto von Lossow in ein Nebenzimmer. Dort erzwang er unter Androhung von Waffengewalt die Zustimmung der drei Geiseln zu dem Putsch. Sie gingen aber nur zum Schein auf Hitlers Pläne ein und organisierten nach ihrer Freilassung noch in der gleichen Nacht den Widerstand gegen die Putschisten.

Während dieser Geiselnahme wurden noch andere Repräsentanten Bayerns durch Bewaffnete abgeführt, wie Ministerpräsident Dr. von Knilling, Staatsminister Franz Gürtner, Dr. Schweyer und Landwirtschaftminister Johannes Wutzlhofer, Polizeipräsident Karl Mantel u.a.

Am Morgen des 9. November 1923 marschierte ein teilweise bewaffneter faschistisch-nationalistisch-völkischer Mob unter Führung von Hitler und Ludendorff zur Feldherrenhalle in München, wo der Vormarsch durch die bayerische Landespolizei gestoppt wurde.

Im Gefecht ließen vier Polizisten und 15 Demonstranten ihr Leben. Ludendorff wird am gleichen Tag verhaftet, Hitler wenige Tage später. Die NSDAP wurde im ganzen Reich verboten und Hitler vom Bayerischen Volksgericht unter Vorsitz Georg Neithardts wegen Hochverrats zu extrem milden fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Im Gefängnis schrieb Hitler sein Buch "Mein Kampf". Bereits Ende 1924 wurde Hitler vorzeitig aus der Haft entlassen.

Nach der Machtübernahme stilisierte die NS-Propaganda den Putsch in eine heroische Niederlage um und gedachte in jährlichen Totenfeiern der Erschossenen. Der später von Hitler allen Beteiligten verliehene "Blutorden" galt als eine der höchsten nationalsozialistischen Auszeichnungen.

Heute wird der 9. November von vielen Neo-Nazis zu Gedenkmärschen benutzt.

Siehe auch: Machtergreifung

Literatur

Weblinks

See also: Hitlerputsch, 1923, 1924, 8. November, 9. November, Adolf Hitler, Bayern, Benito Mussolini, Blutorden, Bürgerbräukeller