Hitzepol
Das Wort Hitzepol stellt die Analogie zum Kältepol dar, beinhaltet aber auch einen gewissen Widerspruch. Denn man stellt sich die größte Sonnenhitze wohl entlang eines Bandes nahe am Äquator vor.
Die höchsten Temperaturen treten aber in den mittleren Tropen auf der Nordhalbkugel der Erde auf, weil in den inneren Tropen die viele Bewölkung die Extremtemperaturen dämpft. Die Einstrahlung wirkt mit der Zeitdauer mal dem Sinus der Sonnenhöhe, und letzterer ist in den Wüstenzonen der Erde kaum geringer als am Äquator.
Um die höchste jemals gemessene Temperatur wetteifern derzeit zwei Orte:
- Death Valley in Kalifornien maß am 10. Juli 1913 56,7 Grad Celsius.
- El Azizia (El Asisija) in Libyen maß am 13. September 1922 sogar 58 Grad Celsius während eines Sandsturms, und nochmals im August 1923.
Die höchste Jahresdurchschnittstemperatur:
- Dallol in Äthiopien mit 34,4 °C.
- Auch einige Regionen im Süden und Südwesten Asiens kommen als heißeste Orte der Erde in Frage.
Die größten Temperaturunterschiede:
- Zentralasien für die größten Temperaturunterschiede im Tages- und Jahresverlauf.
Denn die riesige Landmasse Asiens verursacht ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit starken Gegensätzen. Die heißen Sommer und kalten Winter werden oft nur von kurzem Frühling und Herbst getrennt.
Höchstwerte in Europa
- In Sevilla, Spanien trat mit 50 °C der höchste je gemessene Wert auf.
- In Deutschland liegt der Höchstwert bei +40,2 °C am 27. Juli 1983, Gärmersdorf bei Amberg, Oberpfalz (interessanterweise nur 6 Tage nach dem absoluten Minimum der Antarktis), am 9. und 13. August 2003 in Karlsruhe und am 13. August 2003 in Freiburg im Breisgau. Höchste Messung fand am 11. August 1998 in der ARD-Wetterstation bei Brauneberg mit 41,2 °C statt, welche aber wegen der Lage auf einem Schieferberg nicht als offiziell angesehen wird.
- In der Schweiz wurde am 11. August 2003 in Grono +41.5 °C gemessen.
Hitzepole auf Merkur
Auf dem Planeten Merkur gibt es tatsächlich zwei gegenüberliegende Hitzepole, was von der 2:3-Resonanz zwischen Umlauf- und Rotationsperiode und der starken Exzentrizität der Merkurbahn kommt: Nahe dem Perihel sind die Winkelgeschwindigkeiten der Orbital- und Rotationsbewegung ungefähr gleich, sodass die Sonne eine Zeit lang über dem gleichen Punkt im Zenit steht.
