HMS Victory

HMS Victory war der Name mehrer britischer Kriegsschiffe.

Die erste HMS Victory war ein britischen Linienschiff. Es diente während der Schlacht von Trafalgar 1805 unter Admiral Horatio Nelson als Flaggschiff.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung und Name

thumb|200px|HMS Victory Die heute noch bestehende Victory ist bereits das fünfte Schiff der britisch königlichen Marine, das diesen Namen trägt. Die erste Victory, 1559 mit 800 Tonnen auf Kiel gelegt, war das Flaggschiff von Sir John Hawkins, als man die spanische Armada im Jahre 1588 besiegte.

Die zweite Victory, 1620 vom Stapel gelaufen, umfasste 875 Tonnen und nahm am ersten und zweiten Holländischen Krieg (1652-1657) teil. 1666 überarbeitet, leistete sie ihren Dienst selbst noch im dritten Krieg gegen die Niederlande 1672/74.

Die dritte Victory, 1675 in Dienst gestellt, bereits mit 1.486 Tonnen, war an der Seeschlacht von Barfleur 1692 beteiligt. Drei Jahre später wurde sie grundlegend überarbeitet.

Aus Sicht der Admiralität hatte die vierte Victory im Gegensatz zu ihren Vorgängerschiffen ein unrühmliches Ende: 1734 mit 1.920 Tonnen der Marine zur Verfügung gestellt, ging sie zehn Jahre später in einem unvorstellbar starken Sturm, der selbst London noch verwüstete, mit der gesamten Besatzung im Ärmelkanal verloren.

1758 riefen die Minister Georgs II. von England ein ehrgeiziges Projekt zur Erbauung von 12 Linienschiffen ins Leben. An der Spitze der Liste befand sich ein Schiff - zum damaligen Zeitpunkt noch ohne jeden Namen - vom so genannten 1. Rang über 100 Kanonen, welches in Chatham zu bauen sei. Bereits im folgenden Jahr dachte man daran, mit der Kiellegung rechnen zu können.

Das Jahr 1759 war das Jahr der Siege für England - der Höhepunkt des Siebenjährigen Krieges gemessen an militärischen Erfolgen. Auf dem Land triumphierten englische Truppen und ihre Verbündeten in Surat, (Indien), Minden und Québec, zur See verzeichnete man die gewonnenen Schlachten bei Lagos und Quiberon. Aus der Euphorie um die Siege gab man dem Schiff den Namen Victory.

Der Bau

Der Kiel (Ulmenstämme von bis zu 50,8 cm (20 Zoll) Durchmesser) wurde am 23. Juli 1759 auf der Marinewerft in Chatham gelegt. Darauf wurden die Spanten errichtet und mit innerer und äußerer Beplankung abgedeckt, so das ein "Dreischichtenrumpf" (three-ply hull) entstand. Für den Bau verantwortlich war John Lock, Schiffbaumeister auf der Marinewerft. Als dieser im Jahre 1762 starb, wurde Edward Allin sein Nachfolger. Am 30. Oktober 1760 wurde das Schiff als "Victory" in die Schiffsliste der britischen königlichen Marine eingetragen.

Geschichte

|thumb|200px|Die Victory um 1900 im Hafen von Portsmouth

Technische Daten

Die "Victory" misst 226 Fuß, 6 Zoll von Galionsfigur bis Heckbord, 51 Fuß, 10 Zoll in der größten Breite und 186 Fuß in der Länge der Hauptbatteriedecks (Englisches Maß 1 Fuß = 12 Zoll = 0,30479 m). Ihre Tonnage ist 2.162 t, ihre Verdrängung beträgt 3.225 t. Der Tiefgang bei mittlerer Last misst 25 Fuß.

Die volle Ladung Seevorräte beträgt nahezu 900 t.

Ausrüstung

thumb|200px|Ansicht vom Bug aus Die Besatzung bestand aus 850 Mann Offizieren und Mannschaften (darunter 131 Infanteristen, die für den Kampf auf der See geschult waren, die sogenannten Marineinfanteristen). Die Bewaffnung des Schiffs in der Schlacht von Trafalgar betrug 104 Kanonen, die sich wie folgt aufteilten:


Die Victory kann man noch heute im Portsmouth besichtigen. Erfüllt von Geschichte und Marinetradition, wurde ihr von Philipp Watts der Titel "The Westminster Abbey of the Royal Navy" verliehen. Sie dient auch heute noch dem Commander in Chief der Royal Navy für offizielle Empfänge und Veranstaltungen.

Das Schiff gilt zusammen mit der Mikasa in Yokusuka (JP) und der USS Constitution in Boston (USA) als eines der "Drei großen historischen Kriegsschiffe".

Literatur

The 100-gun-ship Victory (Anatomy of the ship) John McKay Conway Maritim Press.1989 Deutsche Ausgabe Victory /John McKay Delius Klasing 1994 ISBN 3-7688-0866-1 (vergriffen) |}

Victory, HMS Victory, HMS Victory, HMS

See also: HMS Victory, 12. März, 14. Februar, 1559, 1588, 1620, 1652, 1657, 1666, 1672