Hochscholastik

Die Hochscholastik umfaßt die zweite Periode der Scholastik etwa von 1240 bis 1300.

Diese Periode beginnt damit, daß auf den maurischen Schulen in Spanien die Schriften des Aristoteles bekannt wurden. Aus dem Arabischen, bald auch aus dem Griechischen wurden diese für das Abendland ins Lateinische übersetzt und von den Dominikanern und Franziskanern zur Erweisung der christlichen Wahrheiten verwendet. In diese Periode gehören der Franziskaner Alexander von Hales (Doctor irrefragabilis), der Dominikaner Albertus Magnus und desssen Schüler Thomas von Aquin (Doctor angelicus). Im Gegensatz zu diesem zog der Franziskaner Bonaventura (Doctor seraphicus) die Mystik wieder hervor. Die Franziskaner stellten Johannes Duns Scotus (Doctor subtilis) dem Thomas von Aquin gegenüber.

Somit verschiebt sich das Interesse im Laufe des 12. und des 13. Jahrhunderts immer mehr auf die neu übersetzten Schriften der Logica nova:

In der Hochscholastik besteht eine deutliche Neigung, die logischen Untersuchungen auf diese Schriften zu konzentrieren vor allem auf die beiden Analytica (1., 2.). Besonders der Wissenschaftsbegriff und die Methodenlehre werden hervorgehoben. Man unterstreicht die aristotelische Forderung, daß die Wissenschaft einen allgemeinen, unveränderlichen Gegenstand besitzen muß.

Deshalb wird versucht, den Gegenstand der Logik auf diese Weise zu formulieren, und ihn in der Grundlagenwissenschaft der Ontologie einzubringen, die allein die Erfüllung dieser Forderungen leisten kann. Es stellen sich vor allem für die Ontologie der Logik folgende Problemstellungen:

So entsteht der Eindruck, als wenn in der Hochscholastik eine "reine" aristotelische Logik betrieben wurde, während die eigentliche Neuschöpfung des Mittelalters, die terminsitische Logik, verdrängt wird. Die Begriffe der terministischen Logik treten zwar seltener auf, doch diese haben weiterhin in ihren Problemstellungen einen Einfluß auf die Diskussionen in der Hochscholastik gehabt. Nun werden aber auch die aristotelischen Formulierungen erläutert und auf die gleichen Problemstellungen hin interpretiert. So werden die Sophismata als dieselben sprachlichen Idiome durch das ganze Mittelalter hindurch diskutiert.

See also: Hochscholastik, 1240, 1300, Albertus Magnus, Aristoteles, Bonaventura, Disput, Dominikaner, Elegchos, Franziskaner