Höhlenfund
Höhlenfunde sind von Menschen oder Tieren herrührende Überreste der Vorzeit, die oft tief unter mächtigen Tropfstein- und Sinterbildungen oder tief unter Lehm und Sand liegen.
Höhlenfunde liefern sehr wertvolles Material für die Kenntnis der frühesten Perioden der Menschheitsgeschichte. Man unterscheidet dabei zwischen primären und sekundären Lagerstätten. Primäre zeigen Überreste von Tieren, die zu Lebzeiten in den Höhlen Unterschlupf gefunden haben und dann hier auf irgendeine Weise ums Leben kamen. Bei sekundären Lagerstätten sind die Fundstücke durch geologische Erdbewegungen oder Wassereindringen ins Höhleninnere gelangt. Die Knochen sind dann fast stets "reollt", d.h. an den Kanten abgeschliffen, und liegen regellos umher.
Viele Höhlenfunde Mitteleuropas stammen von Tieren, die jetzt ausgestorben oder aus Europa verschwunden sind: Mammut, Nashorn, Höhlenlöwe, Höhlenbär, Hyäne, Auerochse, Riesenhirsch, Rentier usw. Daneben gibt es natürlich auch Funde der aktuellen Tierpopulation, wie Wolf, Fuchs, Dachs, Ziege Gemse, Hase.
Verhältnismäßig wenige Knochenfunde sind menschlicher Herkunft. Berühmt ist dabei der 1856 Fund in der Neandertal-Höhle mit dem Schädel eines Neandertalers.
Häufig dagegen sind Überreste menschlicher Besiedlung von Höhlen, den so genannten Höhlenwohnungen. Hier findet man mitunter beträchtliche Mengen an Faustkeilen, Meißeln, Schabern, Waffen, Schmuckflaschen, Körperschmuck (wie Tierzähne) und Beile. Auch Höhlenmalereien finden sich nicht selten mit zeichnungen von Rentieren, Bären und anderen jagdbaren Tieren.
