Homo heidelbergensis

Der Homo heidelbergensis ist eine Spezies der Gattung Homo (Menschen), die besonders im pleistozänen Europa vorkam. Er lebte vor etwa 600.000 bis 100.000 Jahren. Früher wurde er manchmal auch als archaischer Homo Sapiens bezeichnet, eine Bezeichnung, die alle Menschenformen umfasste, die morphologisch nicht mehr zu Homo erectus zu rechnen sind.

Typusexemplar für den Homo heidelbergensis ist der Unterkiefer von Mauer bei Heidelberg. Er wurde 1907 in einer Sandgrube gefunden und 1908 von Otto Schoetensack beschrieben. Von einigen Anthropologen werden die Fossilien von Homo heidelbergensis als späte Homo erectus klassifiziert.

Merkmale des Homo heidelbergensis in Abgrenzung vom früheren Homo erectus und Homo ergaster sind:

Homo heidelbergensis ist eine primär europäische und afrikanische Spezies. Fundstellen sind neben Mauer in Deutschland

Viele Anthropologen rechnen auch die etwa 0,8 Millionen Jahre alten Fossilien von Homo antecessor zu Homo heidelbergensis. Als Nachfahre von Homo heidelbergensis wird in Europa Homo neanderthalensis angesehen.

Homo heidelbergensis ernährte sich vermutlich hauptsächlich von der Jagd. Er war in der Lage, Großwild zu erlegen, beispielsweise Pferde (Schöningen) und Nashörner (Boxgrove). Er benutzte sorgfältig angefertigte, bis 2,50 m lange Wurfspeere sowie Feuersteinwerkzeug. Schneidemarken auf Knochen zeigen, dass er Fleisch von den Knochen abschabte. Knochen wurden auch als Werkzeuge für die Herstellung von Steinwerkzeugen benutzt. Kulturell wird Homo heidelbergensis der altsteinzeitlichen Periode des Achéeulen zugeordnet.

Literatur

Weblinks

See also: Homo heidelbergensis, Altsteinzeit, Archaischer Homo Sapiens, Art (Biologie), Deutschland, England, Frankreich, Gattung (Biologie), Gehirn, Griechenland