Hormizd IV.

Hormizd (Hormisdas) IV. war ein persischer Großkönig aus dem Geschlecht der Sassaniden. Er regierte das spätantike Persien von 579 bis 590.

Hormizd wurde von seinem Vater Chosrau I. als Nachfolger ausgewählt und durchgesetzt. Offenbar kam es bald zu Spannungen mit dem Hochadel; sowohl in den westlichen (Theophylakt Simokattes) wie in den orientalischen (Tabari) Quellen wird er sehr negativ dargestellt. Er versuchte wohl seine Stellung durch ein hartes Vorgehen gegen den mächtigen Adel des Reiches zu sichern oder auszubauen; die späten arabischen Quellen, die spätsassanidische Traditionen bewahren dürften, werfen ihm die Hinrichtung und Verbannung zahlloser Adliger sowie den Versuch einer Entmachtung der zoroastrischen Priester vor. Einige Jahre lang konnte sich Hormizd, dessen tatsächliche Rolle letztlich schwer einzuschätzen ist, vermutlich dadurch auf dem Thron halten, dass er verschiedene Adelsparteien gegeneinander ausspielte. Er erbte im übrigen von seinem Vater den Krieg mit dem oströmischen Reich, der seine gesamte Regierungszeit über andauern sollte.

Im Jahr 589 erhob sich der erfolgreiche Heerführer Bahram Chobin gegen Hormizd; während sich seine Armee auf Ktesiphon zubewegte, wurde der König am 6. Februar 590 von einer anderen Adelspartei gestürzt und durch seinen Sohn Chosrau II. ersetzt. Wenig später wurde er geblendet und dann im Kerker ermordet - ob dies auf Befehl seines Sohnes geschah, der sich zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon auf der Flucht vor Bahram Chobin befand, ist unklar.

Literatur

Vorgänger
Chosrau I. (531 - 579)
Liste der Sassanidenherrscher Nachfolger
Bahram Chobin (590 - 591)

See also: Hormizd IV., 531, 579, 589, 590, 591, Bahram Chobin, Byzantinisches Reich, Chosrau I., Chosrau II.