Hörnum (Sylt)
| Wappen | Karte |
|---|---|
| fehlt noch | 140px|Deutschlandkarte, Position von Hörnum hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Kreis: | Nordfriesland |
| Fläche: | 6 km² |
| Einwohner: | ca. 920 |
| Bevölkerungsdichte: | 154 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 25997 |
| Vorwahl: | 0 46 51 |
| Geografische Lage: | 54° 45' n. Br. 08° 16' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | NF |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 046 |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Amt Landschaft-Sylt C.-P.-Hansen Allee 9 25980 Sylt-Ost/Keitum |
| Offizielle Website: | www.hoernum.de |
| E-Mail-Adresse: | info@hoernum.de |
Hörnum (dänisch: Hørnum, friesisch: Hörnem) in Schleswig-Holstein ist eine im Kreis Nordfriesland gelegene Gemeinde mit etwa 920 Einwohnern. Sie liegt an der Südspitze der Insel Sylt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf eine Fläche von etwa 6 km².
Obwohl sich bereits um 1425 Fischer erstmals in der Gegend ansiedeln, erfolgte die urkundliche Erwähnung jedoch erst 1649, damals noch unter der Namen Hornum. Die Ortsbezeichnung Hörnum kannte bereits der Chronist Muchel –Madis geb. 11.11.1572 in Morsum – 21.1.1651,der in seiner Chronik von einem Schiffsuntergang „1571 ... vor Hörnum" berichtete und 1648 auch auf einer Karte von Johannes Mejer (1606-1674) als "Hörnum" erwähnt, blieb die Südspitze der Insel aber noch lange Zeit unbesiedelt. „Auf Hörnum", wie die gesamte südliche Umgebung Sylts genannt wurde, lebten nur einige Fischer.Von 1765 bis etwa 1785 stand ein Haus in den Dünen beim "Budersand". Es diente zur Bergung von Strandgut, wurde bald darauf von Amrumern und Rantumern abgetragen. 1787 waren nur noch die Grundsteine zu sehen. Auf Veranlassung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger entstand 1871 das erste feste Gebäude.( später "Hotel Bettina" - heute "Fischreuse" ) Problematisch waren für Hörnum nicht nur Sturmfluten, sondern auch die Wanderdünen, die immer wieder dazu führten, dass Häuser unter dem feinen Sand verschwanden. Erst Ende des 18. Jahrhunderts konnte dem durch gezielte Bepflanzungen der Dünen weitgehend Einhalt geboten werden.
Die Chronik Hörnums geht mit zahlreichen Sagen einher. So ist immer wieder die Rede von Hexen, die auf Dünen tanzten, aber auch Geister ehemaliger Schiffbrüchiger, die von See- und Strandräubern erschlagen wurden, allen voran der so genannte Dikjendälmann.
Lange Zeit bereits verfügte Hörnum über einen tidenunabhängigen Fährhafen, der jedoch kaum Beachtung fand. Erst am 29. Juni 1901 wurde eine regelmäßige Verbindung ab Hamburg mit Zwischenstopp in Cuxhaven aufgenommen. Leben kam erst 1901 mit seiner neuen Anlegebrücke für den HAPAG- Seebäderdienst Hamburg-Helgoland-Hörnum auf die Landzunge Hörnum. Damit stieg auch Bedeutung als Hafenort. Von nun an verkehrte auch die Inselbahn zwischen Hörnum und Westerland. Da die Insel erst 1927 durch den Bau des Hindenburgdamms mit dem Festland verbunden wurde, erfreute sich diese Verbindung allgemeiner Beliebtheit. 91% der Touristen nutzten so den Hafen Hörnum bei ihrer Anreise. Da jedoch zunächst eine Verbindungsstraße in Richtung Norden nach Westerland fehlte, wurde eine Schmalspurbahn gebaut, die bis 1970 im Betrieb war und über Westerland hinaus bis zum nördlichsten Ort Deutschlands, List, am Nordostende von Sylt führte. Die Schienentrasse wurde rückgebaut und ist seitdem Radweg.
Am 8. August 1907 erhielt Hörnum einen 33,5 Meter hohen Leuchtturm, der in so genannter Serienbauweise erstellt wurde. Bezeichnung des Leuchtturms "Hörnum Odde", wo zwischen 1918 und 1933 auch die Schule untergebracht wurde. Die Insel Pellworm und Westerhever erhielten einen Leuchttrum gleicher Bauart. Zeitweise diente der Leuchtturm Hörnum auch als Schule, der Unterricht fand in 30 Metern Höhe statt. Ende des Ersten Weltkrieges zählte Hörnum 21 Einwohner, die von Rantum mitverwaltet wurden. In beiden Weltkriegen galt Hörnum als strategisch, wichtiges Ziel, das besonderer Verteidigung bedarfte.
Für die Soldaten der sogenannten Inselwache entstanden 1914 die ersten Baracken in den Dünen. ( Am Anfang des Ersten Weltkrieges wurden auf den Inseln Sylt, Amrum und Röm Inselwachen aufgestellt, die sich mit Blinkzeichen untereinander verständigten. Vom Lister Ellenbogen bis zur Hörnumer Südspitze wurden Bunker und Unterstände in die Sylter Dünen gegraben und telephonisch miteinander verbunden. Meist ältere, einheimische Soldaten hatten die Aufgabe den Horizont nach feindlichen Truppen abzusuchen, doch einen Feind bekamen sie nie zu sehen, denn die Insel blieb von unmittalbaren Kampfhandlungen verschont.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Ort Soldaten stationiert. Der Hafen wurde überwiegend von der Marine genutzt und ein Landeplatz für kleinere Flugzeuge eingerichtet. 1935 errichtete die Luftwaffe einen Seefliegerhorst und die "militärische Siedlung Hörnum" zur Vorberreitung auf den Zweiten Weltkrieg. Die Bevölkerungszahl Hörnums explodierte, stieg auf über 1000 an, als die Soldaten und Zivilbedienstete ihre ganzen Familien mit brachten. Kurz darauf gab es den ersten Strom aus dem eigenem Kraftwerk und 1942 wurde Hörnum an die Trinkwasserversorgung Westerland´s angeschlossen. 1947 trennte Hörnum sich von Rantum ab, wurde eigenständige Gemeinde und 2 Jahr danach mit dem Prädikat "Nordseebad" ausgezeichnet. Der Zustrom an Badegäste und "Neuhörnumern" begann. 1947 bot Hörnum kurzfristig für über 2000 Heimatvertriebene Unterschlupf und ca. 40 Helgoländer Familien ließen sich nach der Evakuierung Ihrer Insel in Hörnum nieder. 1948 wurde mit Hilfe von Spendengeldern der norwegischen Europahilfe eine Holzhütte als Kirche eingerichtet. Sie bekam den Namen Sankt Martin. ( nachdem 1970 die Sankt Thomas Kirche eingeweiht wurde diente Sankt Martin kurzzeitig als Kindergarten und Abstellraum für Strandkörbe. Seit 1974 ist er Sitz der Schutzstation Wattenmeer und seit 1989 auch des Jugendtreff´s Hörnum. 1985 wurde die Holzhütte, nach dem Hörnumer Lehrer und Naturschützer Kuno Ehlfeldt benannt. )
1948 erhielt Hörnum Anschluss an das Straßennetz; die zunächst einspurige Beton-Platten-Fahrbahn wurde 1969 um eine zweite Spur erweitert.
1960 errichtete man die heute wegen Ihren Reetdächern bekannte Kersigsiedlung in den Hörnumern Dünen. 1962 folgte die katholische Sankt Josef - Kirche und 69 / 70 die evangelische Sankt Thomas - Kirche. ( Nach dem Entwurf des Niebüller Architekten Martin- Bernhard Christiansen ) Mitte der 70 Jahre wurde das wohl "schönste" Gebäude Hörnums errichtet, das Kurmittelhaus. 2002 bekam der Hörnumer Hafen eine kleine Verjüngungskur. Es entstanden der Hörnumer Jachtclub und eine neue Verkaufsstelle der Adler Reederei. 2003 wurde die Budersandstrasse und ein Teil des Steintals neugepflastert, ferner begann die Sanierung des Anlegers mit Unterbau am Hafenbecken. 2004 wurde die Strasse vom Hafen - Richtung Ortsmitte neugepflastert und die Arbeiten am Hafen wurden abgeschlossen.
Wurde in Hörnum ursprünglich nur die Fischerei, später auch der Walfang betrieben, so ist heute der Tourismus Haupteinnahmequelle. Ein beliebte Route für Wattwanderungen führt entlang der Ostseite der Insel bis nach Rantum. Die Schutzstation Wattenmeer, die in Hörnum eine Niederlassung besitzt, organisiert Informationsveranstaltungen über das Wattenmeer, die Salzwiesen und sensibilisiert für den Schutz dieser besonderen Landschaft.
Weblinks
Achtrup | Ahrenshöft | Ahrenviöl | Ahrenviölfeld | Alkersum | Almdorf | Arlewatt | Aventoft | Bargum | Behrendorf | Bohmstedt | Bondelum | Bordelum | Borgsum | Bosbüll | Braderup | Bramstedtlund | Bredstedt | Breklum | Dagebüll | Drage | Drelsdorf | Dunsum | Elisabeth-Sophien-Koog | Ellhöft | Emmelsbüll-Horsbüll | Enge-Sande | Fresendelf | Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog | Friedrichstadt | Galmsbüll | Garding | Garding, Kirchspiel | Goldebek | Goldelund | Gröde | Grothusenkoog | Haselund | Hattstedt | Hattstedtermarsch | Högel | Holm | Hooge | Hörnum (Sylt) | Horstedt | Hude | Humptrup | Husum | Immenstedt | Joldelund | Kampen (Sylt) | Karlum | Katharinenheerd | Klanxbüll | Klixbüll | Koldenbüttel | Kolkerheide | Kotzenbüll | Ladelund | Langeneß | Langenhorn | Leck | Lexgaard | List | Löwenstedt | Lütjenholm | Midlum | Mildstedt | Nebel | Neukirchen | Nieblum | Niebüll | Norddorf | Norderfriedrichskoog | Nordstrand | Norstedt | Ockholm | Oevenum | Oldenswort | Oldersbek | Olderup | Oldsum | Ostenfeld (Husum) | Oster-Ohrstedt | Osterhever | Pellworm | Poppenbüll | Ramstedt | Rantrum | Rantum (Sylt) | Reußenköge | Risum-Lindholm | Rodenäs | Sankt Peter-Ording | Schobüll | Schwabstedt | Schwesing | Seeth | Simonsberg | Sollwitt | Sönnebüll | Sprakebüll | Stadum | Stedesand | Struckum | Süderende | Süderhöft | Süderlügum | Südermarsch | Sylt-Ost | Tating | Tetenbüll | Tinningstedt | Tönning | Tümlauer Koog | Uelvesbüll | Uphusum | Utersum | Viöl | Vollerwiek | Vollstedt | Welt | Wenningstedt-Braderup (Sylt) | Wester-Ohrstedt | Westerhever | Westerland | Westre | Winnert | Wisch | Witsum | Wittbek | Wittdün | Witzwort | Wobbenbüll | Wrixum | Wyk auf Föhr
