Hörspielautor
Ein Hörspielautor ist jeder Schriftsteller, dem es gelungen ist, seine erzählerischen Texte in dramatisierter Form in den zuständigen Redaktionen der Rundfunk-Kulturkanäle unterzubringen. Technisch notwendig ist dafür, diese Texte als Drehbuch für eine radiogeeignete Inszenierung einzureichen, praktisch notwendig ist eine beständige Kontaktpflege mit den Redaktionen sowie die eigen Empfehlung durch errungene Literaturpreise.
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Grundlage
Da ein freier Schriftsteller, der nicht beabsichtigt aktuellen Journalismus zu betreiben, verlässliche Einkünfte erzielen muss über die Verlagstantiemen und die Lesereisen-Honorare hinaus, liegt es für ihn nahe, Arbeiten für die Kulturredaktionen der Rundfunksender zu liefern. Hier gibt es in Deutschland durch die föderale Struktur der ARD-Sender bislang eine beachtliche Anzahl unabhängiger Redaktionen, die ihre festen Sendeplätze jede Woche gefüllt haben wollen. Wenn ein Autor es schafft, hier durch Qualität und Unverwechselbarkeit zu überzeugen und sich zu bewähren, hat er eine gesicherte Grundlage für seine freiberufliche Existenz gelegt.
Seit den 90er Jahren hat sich ein neuer Markt für so genannte Hörbücher entwickelt. Die meisten Produktionen sind dabei einfach von geeigneten Schauspielern eindrucksvoll gelesene Literatur-Zweitverwertungen. Ein geringer Anteil aber besteht aus aufwendigeren, inszenierten Produktionen, die den Namen Hörspiel tatsächlich verdienen. Auch die Rundfunkarchive gehen zum Teil dazu über, ihre eingelagerten Schätze an erfolgreichen, gar mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichneten Hörspielen erneut am Markt zu verwerten.
Wissenschaft
Zwar gibt es anders als z.B. in Frankreich in Deutschland keine zentrale nationale Sammlung von als Hörspiel dramatisierter Literatur, denn die föderale Verfassung mit der Kulturhoheit der Bundesländer verhindert zumeist mehr als den Austauch erfolgreicher Produktionen über die ARD-Sendergrenzen hinaus. Dafür aber gibt es eine lebhafte, beständige Bearbeitung der Theorie und Praxis sowie Geschichte der Hörpiele an den Fachbereichen für Germanistik und Medienwissenschaften der Hochschulen. Zumal sich hier schöne Themen für Studien(Abschluss)arbeiten bieten.
Berühmte Hörspielautoren
- Fred von Hoerschelmann (1901-1976)
- Günter Eich (1907-1972)
- Dylan Thomas (1914-1953)
- Friedrich Dürrenmatt (1921-1990)
- Ernst Jandl (1925-2000)
- Ingeborg Bachmann (1926-1973)
- Hubert Wiedfeld (* 1937)
- und andere
Literatur
- Götz Schmedes: Medientext Hörspiel. Ansätze einer Hörspielsemiotik am Beispiel der Radioarbeiten von Alfred Behrens. Münster [u.a.]: Waxmann, 2002.
- Stephanie Laube: Unterhaltung in Hörspiel und Feature. Ingomar von Kieseritzky und Walter Filz. Marburg: Tectum-Verl., 1997.
- Martin Maurach: Das experimentelle Hörspiel. Eine gestaltteoretische Analyse. Wiesbaden: DUV [u.a.], 1995.
Siehe auch
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