Hügelgrab
Ein Hügelgrab ist ein Grab unter einem aus Erde oder Steinen aufgeschüttete Hügel. Unterhalb der Grabhügel sind von einfachen Bestattungsmethoden verbrannter Leichen über Sarkophage (oft auch aus zusammengestellten Steinplatten) bis hin zu Kammergräbern alle Zwischenstufen zu finden. Die Hügel können von Gräben oder Steinkreisen umgeben sein, einen Dromos oder Scheintüren aufweisen und auch von Figuren oder Stelen auf dem Hügel besitzen.
Neben dem deutschen Wort sind auch die Bezeichnungen "Tumulus" (latein), "Barrow" und "Burial Mound" (englisch), "Tertre funéraire" (französischer Sprachraum) gebräuchlich.
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Chronologie
Es gibt seit dem ausgehenden Neolithikum Grabhügel. Typisch ist diese Bestattungsform für die Hügelgräberkultur). Auch später, in der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit), gibt es Hügelgräber, wie das von Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen aus der Stufe Hallstatt D1, zu dem auch dendrochronologische Daten vorliegen, die auf das Ende des 7. Jahrhundert v. Chr. hinweisen. Weiterhin zu nennen wäre das Hügelgrab von Eichlehen im Frankfurter Stadtwald, das in die Stufe Hallstatt C1-2 datiert wird. Das abgebildete Grab von Hochdorf an der Enz stammt ebenfalls aus der Hallstatt-Zeit (HaD).
Grabhügel gibt es auch in römischer Zeit und in der Merowingerzeit.
Verbreitung
Hügelgräber finden sich in zahlreichen Ländern und Kulturen.
Westeuropa
In Großbritannien finden sich viele, auch "Hedgehog" (en. für Igel) genannte, Hügelgräber aus der Jungsteinzeit und späteren Epochen. Vor allem in Wiltshire rund um die Ortschaft Avebury gibt es sehr viele solcher Grabhügel. Eines der bekanntesten Hügelgräber Großbritanniens ist West Kennet Long Barrow nahe Avebury und dem Silbury Hill, der kein Hügelgrab ist.
Nordeuropa
In Skandinavien (dänisch: Gravhøj, schwedisch: Gravhög) wurden Grabhügel bis ins 11. Jahrhundert hinein angelegt, von denen viele in der Zwischenzeit durch Pflüge oder mutwillig zerstört wurden.
Osteuropa
Die südrussischen Kurgane - Rundhügel mit Einzelbestattungen - wurden von halbnomadischen, patriarchalen Hirtenvölkern errichtet und waren ein Charakteristikum der Steppenbewohner.
Ägypten
In Ägypten wurden Tumuli bis zum Ende der vordynastischen Zeit für Beerdigungen genutzt, sind somit die Vorläufer der Mastabas und der Pyramiden.
Asien
In Japan werden die Tumuli, die verstorbenen Machthabern errichtet wurden, als "Kofun" bezeichnet. Die Kofun-Zeit der japanischen Geschichte (etwa 300-710) leitet ihren Namen von diesen Gräbern her, deren größtes mehr als 400 Meter lang ist.
andere Hügel
Ein künstlich angelegter Hügel, der weitgehend oder ganz aus Steinen besteht, ist üblicherweise kein Grab; er wird im Deutschen Steinmann genannt, auf englisch cairn. Dabei kann es sich um Gräber, Lesesteinhaufen oder auch um Wegmarkierungen handeln. Silbury Hill in England ist der größte prähistorische Hügel in Europa, er stammt aus der Jungsteinzeit. Er enthält jedoch keine Bestattung.
Bilder
Bild:Huegelgrab.jpg | Keltisches Hügelgrab bei Hochdorf an der Enz |
Tumulus in Evessen, eine historische Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel |
"Hedgehog" nahe Avebury |
