Hungerunruhen 1847
Die Hungerunruhen bezeichnen im April/Mai 1847 spontane lokale Erhebungen proletarischer und kleinbürgerlicher Schichten in Deutschland, hervorgerufen durch die im Gefolge der Mißernten und der Wirtschaftskrise 1847 außerordentlich verschlechterten Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerung über die Erhöhung der Lebensmittelpreise.
Die Notlage wurde durch eine allgemeine Handels- und Industriekrise mit sinkenden Preisen für Industriewaren, Bankrotten, Erwerbslosigkeit u.a. verschärft. Die notleidende Bevölkerung stürmte im Frühjahr 1847 die Bäcker- und Fleischläden sowie die Marktstände, um sich lebensnotwendige, durch Wucherpreise unerschwingliche Nahrungsmittel zu verschaffen.
Von den Hungerunruhen wurden viele Städte (Berlin, Stuttgart, Ulm u.a.) aber auch ländliche Gebiete Deutschlands erfaßt. Durch Massenverhaftungen und zahlreichen Verurteilungen steigerte sich die Erbitterung des Volkes. In Berlin errichteten die empörten Menschen Barrikaden. Erst durch den Einsatz von Polizei und Militär konnten die Unruhen unterdrückt werden. Die Hungerunruhen waren auch ein Ausdruck der kommenden Märzrevolution in Deutschland.
