Hydrostatisches Gleitlager
Ein Hydrostatisches Gleitlager ist ein Lager im Maschinenbau. Es zeichnet sich durch einen aktiven Schmierstoffkreislauf aus, welcher mit einer externen Pumpe in Gang gebracht wird. Dadurch wird der Nachteil der Hydrostatischen Gleitlager ausgeglichen – der große Widerstand und Verschleiß beim Anlaufen.
Hauptanwendungsgebiete der hydrostatischen Gleitlager, welche als Linear- oder Rotationslager, Axial- oder Radiallager gebaut werden können, sind hochpräzise Meß- und Bearbeitungsmaschinen. Die Funktion beruht darauf, dass mittels einer externen Druckversorgung (Pumpe) fortwährend Schmierstoff (Flüssigkeit oder Gas) über Einlasskanäle in Kammern zwischen den Lagerflächen gepresst wird und diese dadurch stets durch einen dünnen Schmierfilm voneinander getrennt sind. Dadurch tritt nur Flüssigkeitsreibung auf, welche proportional zur Geschwindigkeit ist, mit der sich die Lagerflächen gegeneinander bewegen. Im Grenzfall verschwindender Relativgeschwindigkeit laufen hydrostatische Lager daher reibungsfrei; ein Stick-Slip-Effekt tritt nicht auf. Dies ermöglicht hochgenaue Positionsregelungen im Sub-Mikrometerbereich.
Ein Beispiel für die konsequente Anwendung dieser hydrostatischen Gleitlager-Technik sind die Rund- und Linearführungen von Bohrwerken der Marke Wotan aus Düssseldorf: die Rundführung (Spindel-Lagerung) ist eine hydrostatische Rundführung, sämtliche Linearführungen aller drei Achssen X,Z und Z werden mit Luftdruck beaufschlagt.
