Hyksos
Die Hyksos (altägypt.: <hiero>S38-N29-N25:X1*Z1</hiero> heqa chasut, Herrscher fremder Länder) waren ein semitisches Volk, das während der Zweiten Zwischenzeit (um 1648 v. Chr.) Ägypten eroberte. Sie nutzten Pferd, Streitwagen und Bogen als neue Kriegswaffen.
Die genaue Herkunft der Hyksos ist umstritten, als relativ sicher gilt aber, dass sie aus dem vorderen Asien stammen. Vermutlich waren es zum großen Teil Amurriter aus Kanaan und den syrischen Küstengebieten.
Die Hauptstadt der Hyksos war Avaris (auch Auaris), eine Hafenstadt an einem Arm des Nils. Sie verehrten den Gott Baal-Zephon/Baal-Hadad, der dem ägyptischen Gott Seth angeglichen war. Um ca. 1540 v. Chr. wurden die Hyksos durch Pharao Ahmose aus Ägypten vertrieben.
Bietak, der die Ausgrabung von Avaris durchführt, vermittelt, dass die Hyksos ihre Zahl und Macht über die Häfen von Ugarit in Syrien, Phönizien, Zypern und Kanaan steigerten.
Der Name Hyksos stammt von Flavius Josephus, einem jüdischen Priester und Historiker des ersten Jahrhunderts. In seiner Schrift Gegen Apion, behauptet er, Wort für Wort den Bericht des ägyptischen Geschichtsschreibers Manetho (3. Jahrhundert v. Chr.) zu zitieren. Manethos Bericht bringt die Hyksos mit den Stämmen Israels in Verbindung.
Flavius Josephus erwähnt, dass nach Manethos Darstellung die Hyksos Ägypten ohne einen Schwertstreich unterwarfen und danach Städte und Tempel zerstörten. Viele Jahre später sollen die Ägypter einen langjährigen Krieg gegen die Hyksos geführt haben. Schließlich habe eine ägyptische Armee die Hyksos bei ihrer Hauptstadt Avaris besiegt. Merkwürdigerweise sei dann den Hyksos aufgrund eines Vertrages gestattet worden, das Land samt ihren Familien und ihrer Habe zu verlassen. Daraufhin seien sie nach Judäa gezogen und hätten Jerusalem erbaut (Gegen Apion, erstes Buch, Abs. 14).
Siehe auch: Liste der Pharaonen, Ugaritische Religion
