ID3-Tag
thumb|Anzeige des ID3-Tags im Eigenschaftenfenster einer mp3-Datei im Dateimanager Konqueror
| Inhaltsverzeichnis |
Übersicht
Als ID3-Tag bezeichnet man Zusatzinformationen, die in Audiodateien wie z. B. MP3, Ogg-Vorbis oder WMA enthalten sein können. Der Begriff ID3-Tag stammt aus dem Englischen und bedeutet Markierung.
Da man zu einem Musikstück oft gerne den Namen des Albums, des Künsters etc. wissen möchte, hat man dies früher oft versucht, in den Dateinamen einzubringen. Daraus resultierten jedoch sehr lange Dateinamen und folglich unübersichtliche Verzeichnisse. Ferner sind Dateisysteme nicht dazu geeignet, bestimmte Sonderzeichen als Dateinamen zu verwenden.
Daher stellen manche Audiodateien einen Teil Ihres Inhaltes als Speicherplatz für Zusatzinformationen zur Verfügung, die als ID3-Tag bezeichnet werden. Darin können beispielsweise Angaben zum Namen des Musikalbums, des Interpreten und zur Musikrichtung enthalten sein.
Besonders wertvoll werden die ID3-Tags auf portablen Musikabspielgeräten mit Massenspeicher. Diese können in Form eines Lauftextes in einem (oft kleinen) Display die ID3-Tags anzeigen.
Die Beispielabbildung aus dem Dateimanager Konqueror des KDE-Projektes zeigt im Eigenschaftendialog einer MP3-Datei die ID3-Bestandteile an.
Einen ähnlichen Mechanismus gibt es auch für Bilddateien im JPEG-Format, bei denen man als EXIF-Information beispielsweise das Datum und ähnliche Informationen zu einem Bild hinterlegen kann.
Technik
Im MP3-Dateiformat sind solche Metainformationen nicht vorgesehen. Es gibt keine Unterscheidung zwischen "Video/Audio-Daten" und "Metadaten".
Format ID3v1
Es existieren im Wesentlichen zwei Formate für ID3-Tags. Das erste Format ID3v1 wurde 1996 von Eric Kamp mit dem Programm "Studio3" eingeführt. Um zu verhindern, dass ein Player versucht, die ID3v1-Daten "abzuspielen", werden diese am Dateiende angefügt. Da standardkonforme MPEG- und MP3-Datenströme mit einer Datenende-Markierung versehen sind, ignorieren die Player alle darauf folgenden Daten. ID3v1 ist einfach gehalten und besteht aus nur einem einzigen 128 Byte großen Block mit festem Aufbau.
| Offset | Länge | Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 | 3 | Kennung "TAG" zur Kennzeichnung eines ID3v1-Blocks |
| 3 | 30 | Songtitel |
| 33 | 30 | Künstler/Interpret |
| 63 | 30 | Album |
| 93 | 4 | Erscheinungjahr |
| 97 | 30 | Beliebiger Kommentar |
| 127 | 1 | Genre |
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:224 ≈ 0,000006 % beginnt ein normaler Datenblock in einem MP3-Datenstrom mit den drei Bytes "TAG" und würde somit fälschlich als ID3v1-Block identifiziert. Der Zeichensatz für die Textfelder ist nicht spezifiziert. Üblich sind ASCII, ISO-8859-1 und Unicode im UTF-8-Format. Auch hier kann es zu Fehlinterpretationen bei Umlauten und Sonderzeichen kommen.
Das Genre des Liedes wird als 1 Byte kodiert. Es existiert eine Liste, die angibt, welcher Wert welchem Genre entspricht.
Format ID3v1.1
Eine Weiterentwicklung des ID3v1 Standards war sehr schwer, da die vorhandenen Felder starr vorgegeben wurden. Allerdings gelang Michael Mutschler eine Erweiterung zu ID3v1.1. Hierfür wurde das Kommentarfeld auf 28 Byte gekürzt. Darauf folgt ein Byte das 0 als Belegung enthält. Damit wird sichergestellt, das alle ID3-Reader mit der Auswertung des Strings aufhören. Das freigewordene Byte an Position 126 bekommt die Bedeutung Liednummer.
Format ID3v2
Da das ID3v1-Format viele Schwächen aufweist (Begrenzung der Länge der Datenfelder, kein Streaming von MP3-Daten möglich, da die Kennung am Ende des Streams liegt, zu wenig Metadatenfelder usw.), wurde es von Martin Nilsson und anderen durch ein neueres Format ersetzt, das den Namen ID3v2 bekam.
Die Zusatzinformationen werden in einem Block vor oder nach den Audio Daten (dem MPEG-Stream) in die Datei eingefügt. Den Beginn eines ID3-Blockes erkennt man anhand des Headers (Version ID3v2):
Identifizierung "ID3" Version $04 00 (Major Release, dann Minor Release).
Aktuell (Stand: September 2004) ist die Version 4.0, auch als ID3v2.4.0 geschrieben.
ID3v2-Tags können so kodiert werden, dass Player, die ID3v2 nicht verstehen, diese Tags überspringen und nicht versuchen, sie abzuspielen.
Frames
In der aktuellen Version (ID3v2.4) werden viele verschiedene Zusatzinformationen spezifiziert, es existiert jedoch kaum ID3-Tagger, die den vollen Funktionsumfang unterstützt:
4.20 AENC Audio encryption 4.15gg APIC Attached picture 4.11 COMM Comments 4.25 COMR Commercial frame 4.26 ENCR Encryption method registration 4.13 EQUA Equalization 4.6 ETCO Event timing codes 4.16 GEOB General encapsulated object 4.27 GRID Group identification registration 4.4 IPLS Involved people list 4.21 LINK Linked information 4.5 MCDI Music CD identifier 4.7 MLLT MPEG location lookup table 4 .24 OWNE Ownership frame 4.28 PRIV Private frame 4.17 PCNT Play counter 4.18 POPM Popularimeter 4.22 POSS Position synchronisation frame 4.19 RBUF Recommended buffer size 4.12 RVAD Relative volume adjustment 4.14 RVRB Reverb 4.10 SYLT Synchronized lyric/text 4.8 SYTC Synchronized tempo codes 4.2.1 TALB Album/Movie/Show title 4.2.1 TBPM BPM (beats per minute) 4.2.1 TCOM Composer 4.2.1 TCON Content type 4.2.1 TCOP Copyright message 4.2.1 TDAT Date 4.2.1 TDLY Playlist delay 4.2.1 TENC Encoded by 4.2.1 TEXT Lyricist/Text writer 4.2.1 TFLT File type 4.2.1 TIME Time 4.2.1 TIT1 Content group description 4.2.1 TIT2 Title/songname/content description 4.2.1 TIT3 Subtitle/Description refinement 4.2.1 TKEY Initial key 4.2.1 TLAN Language(s) 4.2.1 TLEN Length 4.2.1 TMED Media type 4.2.1 TOAL Original album/movie/show title 4.2.1 TOFN Original filename 4.2.1 TOLY Original lyricist(s)/text writer(s) 4.2.1 TOPE Original artist(s)/performer(s) 4.2.1 TORY Original release year 4.2.1 TOWN File owner/licensee 4.2.1 TPE1 Lead performer(s)/Soloist(s) 4.2.1 TPE2 Band/orchestra/accompaniment 4.2.1 TPE3 Conductor/performer refinement 4.2.1 TPE4 Interpreted, remixed, or otherwise modified by 4.2.1 TPOS Part of a set 4.2.1 TPUB Publisher 4.2.1 TRCK Track number/Position in set 4.2.1 TRDA Recording dates 4.2.1 TRSN Internet radio station name 4.2.1 TRSO Internet radio station owner 4.2.1 TSIZ Size 4.2.1 TSRC ISRC (international standard recording code) 4.2.1 TSSE Software/Hardware and settings used for encoding 4.2.1 TYER Year 4.2.2 TXXX User defined text information frame 4.1 UFID Unique file identifier 4.23 USER Terms of use 4.9 USLT Unsychronized lyric/text transcription 4.3.1 WCOM Commercial information 4.3.1 WCOP Copyright/Legal information 4.3.1 WOAF Official audio file webpage 4.3.1 WOAR Official artist/performer webpage 4.3.1 WOAS Official audio source webpage 4.3.1 WORS Official internet radio station homepage 4.3.1 WPAY Payment 4.3.1 WPUB Publishers official webpage 4.3.2 WXXX User defined URL link frame
Siehe auch
Weblinks
- http://www.id3.org/id3v1.html Seite enthält die ID3v1-Standard-Dokumentation (englisch)
- http://www.id3.org/ Seite enthält die ID3-Standard-Dokumentation (englisch)
Artikel
- Jens Fliege: Das MP3-Chaos lichten: Mit "The GodFather" ID3-Tags erstellen
- Sascha Hottes: ID3-Tags mit Ultra-Tagger bearbeiten
- Frank Bicking: Komfortabel taggen und umbenennen mit dem Foobar2000 Masstagger
Kategorie:Elektroakustik
Kategorie:Dokumentation
