Ideale der Persönlichkeit

Die Ideale der Persönlichkeit bezeichnen Einstellungen der Persönlichkeit, die ihre Stellung und Beziehung zu den gesellschaftlichen Moral- und Wertnormen in Form konkreter Vorbilder, Lebensregeln oder verallgemeinerter Prinzipien beinhalten und die als Muster bzw. Leitbilder des Strebens und der Selbsterziehung der Persönlichkeit in Erscheinung treten.

Zur den Prinzipien der Idealvorstellungen

Diese Ideale sind Ausruck der Gerichtetheit der Persönlichkeit. Sie sind eine wesentliche personale Determinante des Ziels, der Motive und des Sinns der Tätigkeit. Eine Spezifik der Ideale besteht darin, daß sie solche gesellschaftlichen Normen und Werte repräsentieren, die eine Persönlichkeit für äußerst bedeutsam und erstrebenswert hält und nach deren Realisierung sie aktiv strebt. Die Ideale stellen das dar, was die Persönlichkeit gern werden oder realisieren möchte.

Diese Ideale sind natürlich abhängig von den gesellschaftlichen Normen und wie diese prinzipiell durch die herrschenden Verhältnisse, in ihrer konkreten Ausprägung auch durch die Gruppenzugehörigkeit eines Menschen bestimmt. Von den positiven Idealen, die den gesellschaftlichen Normen entsprechen, sind die negativen Ideale, auch Idole genannt, zu unterscheiden, die im Widerspruch zur Ideologie und Weltanschauung einer Gesellschaft stehen.

Zur Unterscheidung der Idealvorstellungen unter den Bedingungen des gesellschaftlichen Wandels

Diese Unterscheidung muß jedoch in ihrer Relativität gesehen werden. Unter dem Aspekt des gesellschaftlichen Wandels sind jeweils die sich im Zusammenhang mit neuen progressiven Ideologien entwickelnden Ideale objektiv positive Ideale. Das Idealerleben als Bewußtseinsrepräsentanz von Idealen umfaßt in unterschiedlichen Ausprägungsgraden neben den positiven Idealinhalten stets auch das Gegen-Ideal mit dem abzulehnenden, nicht gewollten Unwert.

Von den positiven Idealen, die entsprechend den gegebenen realen Bedingungen realisierbar sind, müssen nicht realisierbare Ideale (so genannte Trugbilder) unterschieden werden, welche die objektiven Realisierungsmöglichkeiten unzureichend berücksichtigen.

Zur Ontogenese der Idealentwicklung

In der Ontogenese verläuft die Entwicklung von diesen Idealen vom konkret-gegenständlichen, personal-gebundenen zum abstrakt-begrifflich gefaßten Ideal. Während bei jüngeren Schulkindern konkrete Ideale in Form von konkreten Vorbildern vorherrschen, haben Erwachsene vorrangig abstrakte Ideale, die sich aber schon bei älteren Schulkindern und Jugendlichen herausbilden.

Als konkrete Vorbilder dienen den Kindern zunächst Menschen aus der näheren Umgebung, mit zunehmenden Gesichtskreis auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wobei diese Personen das für wertvoll und erstrebenswert Gehaltene in typischer Weise repräsentieren. In den abstrakten Idealen ist das Erstrebenswerte in idealer Form repräsentiert.

siehe auch Motivation, Norm (Psychologie), Wertorientierung

See also: Ideale der Persönlichkeit, Einstellung (Psychologie), Idol, Motivation, Tätigkeit, Wertorientierung, Norm (Psychologie)