Kabel Deutschland

Kabel Deutschland (KDG) ist der Name des Betreibers der meisten deutschen Breitbandkabelnetze für die Fernsehverteilung. Das Breitbandkabelnetz war ehemals im Besitz der Deutschen Telekom und wurde im Zuge der Privatisierung zu großen Teilen an eine Reihe von Firmen verkauft, die dann regionale Teilnetze betrieben. Damit sollte ein Preiswettbewerb ermöglicht werden. In den letzten Jahren wurden diese Anbieter jedoch nach und nach von Kabel Deutschland aufgekauft. Kabel Deutschland ist im Besitz eines amerikanischen Konsortium, das die Investmentgesellschaften Apax Partners, Providence Equity und Goldman Sachs Capital Partners gebildet haben.

Wenn das Bundeskartellamt den Aufkäufen zugestimmt hätte, wäre das Netz flächendeckend wieder in der Hand eines einzigen Kabelnetzbetreibers. Am 7. Oktober 2004 wollte das Amt über die drei letzten Fälle entscheiden, den Aufkauf von Ish (Unternehmen) (Provider für den Raum Nordrhein-Westfalen), iesy (Provider für den Raum Hessen) und Kabel BW (Provider für den Raum Baden-Württemberg) für zusammen 2,7 Milliarden Euro. Damit hätte Kabel Deutschland das gesamte Überlandkabelnetz in der Hand, außerdem 17 Millionen von insgesamt 22 Millionen Kabelanschlüssen in Deutschland.

In Bayreuth, Berlin, Leipzig, Hamburg, Gera, Saarbrücken, Bamberg, Regensburg, Dresden, Suhl und Teilen von München bietet Kabel Deutschland bis Ende 2005 den Internet-Zugang über das Breitbandkabel (Kabel Highspeed) an und hat für diesen Zweck das Kabelnetz dort aufgerüstet.

Seit April 2005 testet Kabel Deutschland, dass Telefonieren über das Fernsehkabel (Kabel Phone) in Leipzig. Ab Oktober 2005, soll Kabel Phone in allen ausgebauten Städten angeboten werden. Das Telefonieren und der Internetzugang ist dann komplett unabhängig vom Netz der Deutschen Telekom möglich.

Die deutschen Fernsehsender argwöhnen, dass Kabel Deutschland ihnen den Zugang zum Kabelnetz erschweren wird und möglicherweise eigene Programme senden will. Derzeit ist offenbar geplant, für alle digitalen Programme außer den Digitalpaketen von ARD und ZDF eine sogenannte Grundverschlüsselung einzurichten, wodurch eine Abrechnung der Nutzung pro Empfangsgerät, statt pro Haushalt möglich ist. Ein derartiges System ist in den USA üblich. Gegen diese Planungen sperren sich die großen privaten TV-Sender, die bisher nicht digital in die Kabelnetze eingespeist werden. Das digitale Angebot von Kabel Deutschland besteht derzeit aus den Digital-Paketen von ARD (ARD digital) und ZDF (ZDFvision), dem Angebot des Senders Premiere und dem eigenen Pay-TV Bouquet "Kabel Digital Basic" und "Kabel Digital Home", welche aus insgesamt 31 TV-Sendern und 45 Radioprogrammen besteht.

Im September 2004 hat KDG den Antrag auf Übernahme der drei Gesellschaften beim Kartellamt zurückgezogen, ohne eine endgültige Entscheidung abzuwarten. Voraus gegangen war eine vorläufige Untersagung der Fusion verbunden mit einer Abmahnung. Sie wurde begründet mit einer Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung der KDG bei der Einspeisung von Rundfunk- und TV-Programmen in die Kabelnetze und auf dem Markt für das digitale Abonnement-Fernsehen. Kabel Deutschland hatte zwar umfangreiche Zugeständnisse angeboten, so auch das Kabelnetz stärker für die Internet-Nutzung auszubauen, was den Wettbewerb für die Deutsche Telekom bei Breitband-Internetanschlüssen erwas verstärkt hätte, die Bedenken aber damit nicht ausräumen können.

So bleiben die verbliebenen NE3-Betreiber ish, iesy und KabelBW weiterhin selbständig.

Weblinks

See also: Kabel Deutschland, 2004, 7. Oktober, ARD, ARD digital, Baden-Württemberg, Bayreuth, Berlin, Bundeskartellamt, Fernsehsender