Milanković-Zyklen
Bei den Milanković-Zyklen, im deutschen Sprachraum auch Milankovic-Zyklen, Milankovich-Zyklen oder Milankovitch-Zyklen geschrieben, handelt es sich um zeitvariante Muster in der auf die Erde auftreffenden Sonnenstrahlungsintensität bzw. Sonnenenergie, durch die die Solarkonstante über den reinen Jahresgang hinaus variiert. Sie erklären die auf der Erde auftretenden natürlichen Klimaschwankungen zu einem großen Teil und sind daher im Kontext der Klimatologie, Paläoklimatologie und somit vor allem der Problemkreise Klimawandel und Treibhauseffekt von großer Bedeutung. Aufgrund vielschichtiger Wechselwirkungsprozesse und Rückkopplungen ist eine Reduzierung des Klimawandels auf die Variabilität der Sonneneinstrahlung allein nicht möglich, weder für vergangene klimatische Prozesse noch für zukünftige (Klimamodell). Es handelt sich hierbei um Abweichungen der Solarkonstante in der Größenordnung von circa 5 bis 10 Prozent. Diese Zyklen setzen sich unter anderem aus den überlagernden Effekten der Präzession (Zyklen: 18.000 und 23.000 Jahre), der Veränderung des Neigungswinkels der Erdachse (Zyklus: 41.000 Jahre) und der Änderung der Exzentrizität (Zyklus: 100.000 Jahre) zusammen. Auch die Aktivität der Sonne selbst (Sonnenflecken) spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle, konnte jedoch bisher nicht mit der Variabilität der Solarkonstante zufriedenstellend in Einklang gebracht werden.
Diese Effekte wurden 1941 als erstes von Milutin Milanković mathematisch zusammengefasst und in der Folge wurden die daraus resultierenden Zyklen auch nach ihm benannt.
Einige der so genannte Klimaskeptiker neigen dazu den Effekt der Milanković-Zyklen als alleinigen Faktor für Klimaänderungen zu propagieren und folglich Rückkopplungen wie den Treibhauseffekt und die globale Erwärmung zu negieren, als wenig bedeutsam darzustellen oder auch diesen als positiv zu bewerten (Solar-Hypothese). In der Klimatologie, vertreten durch das Intergovernmental Panel on Climate Change, ist eine solche Sichtweise nicht anzutreffen.
Siehe auch: Recurrence plot
