Improvisation (Musik)
Meist improvisieren Musiker ohne Noten oder Arrangement und anscheinend frei aus dem Kopf heraus. Dabei halten sie sich aber in der Regel noch an bestimmte Randbedingungen, damit der musikalische Gesamteindruck nicht vollkommen zusammengewürfelt anmutet.
Für den Musiker bedeutet Improvisation zunächst die Freiheit zur spontanen Erfindung musikalischer Ereignisse. Diese können, soweit dies überhaupt möglich ist, frei von musikalischen Vorgaben sein (freie Improvisation) oder sich an vorgegebenem Material, einem Stück oder Thema, orientieren, wobei melodische, harmonische und rhythmische Elemente mehr oder weniger stark variiert und neu interpretiert werden können. Manchmal wird nicht die Melodie-, sondern die Begleitstimme abgeändert und zur immer gleichen Melodie immer verschiedene Begleitstimmen erfunden, die zu ganz verschiedenen Wirkungen auf die Zuhörer ausüben können.
Beide, die freien und die an bestimmten musikalischen Schemata orientierten Improvisationstechniken, sind wesentlich für den Jazz und auch in der neuen Musik gelegentlich anzutreffen. Die konzeptgebundene Improvisation, eine weitere Form, wird häufig als Vorstufe zur freien Improvisation angesehen, dabei hat sie durchaus ihren eigenen Wert. Beispiele für Konzepte sind: Improvisation über ein Ostinato, über einen Text oder - etwa bei der Gruppenimprovisation - ein vorher vereinbartes Besetzungs- oder Ablaufschema (z.B. Tutti-Duo).
Siehe auch
- Pauline Oliveros, Terry Riley, Christian Wolff, Für Wahn, Keith Jarrett
- Generalbass, Paraphrase, Invention, Free Jazz, Akkordsymbol, Standard notation, Aleatorik
