Inde (Volk)
Inde (je nach Dialekt leicht abweichend; bekannt auch als Apachen, dem Zuni-Wort für Feind ist die Sammelbezeichnung für verschiedene indianische Gruppen im Südwesten der heutigen USA. Die Sprachen der Inde, Oberbezeichnung siehe hier, bilden eine eigene Untergruppe der Na-Dene-Sprachfamilie, wie auch die der Diné.
Die Inde leben heute mehrheitlich in den US-Bundesstaaten Neu-Mexiko, Arizona und Oklahoma.
Winnetou, der bekannte Häuptling der Apachen, hat nie gelebt. Er ist eine fiktive Figur von Karl May.
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Gruppen der Inde
Die als Inde zusammengefassten Stämme können wie folgt klassifiziert werden.
- Bedonkohe (Chiricahua)
- Mimbreño
- Mogollon
- Warm Spring-Apachen
- Kiowa-Apachen (Plains Apache)
- Jicarilla
- Lipan
- Mescalero
- Westliche Apachen (Coyotero)
- Cibecue
- Dilzhe'e (Tonto)
- San Carlos
- White Mountain
Zuweilen werden auch einige Yuma-Stämme zu den Inde gezählt, so die Yavapai und die Yuma-Apachen.
Geschichte
Die Inde-Stämme wanderten zusammen mit den Diné vom Norden, vermutlich über die östlichen Ausläufer der Rocky Mountains in die Gegend der heutigen US-Bundesstaaten New Mexico und Arizona sowie ins westliche Texas, südöstliche Colorado und nördliche Mexiko.
Als vielleicht erster Weißer stieß 1540 der spanische Konquistador Francisco Vásquez de Coronado auf Inde-Indianer. 1598 traf sein Landsmann Juan de Oñate auf sie. Er war der erste, der den Zuni-Begriff Apache übernahm. Damals waren die Inde die zahlenstärkste Volksgruppe im Südwesten der USA. In der Folge unternahmen die nomadischen Inde-Stämme immer wieder vehemente Überfälle auf die Spanier, und es gelang ihnen einigermaßen, diese aus ihrem Territorium fernzuhalten. Als später die USA ehemals spanische Gebiete übernahmen, lieferten die Inde der US-Armee erbitterte Kämpfe. Ihr verzweifelter und langandauerender Widerstand gegen die Unterwerfung machte weitum von sich reden und machte ihre Häuptlinge wie Cochise, Mangas Coloradas und Geronimo (1823-1909) zu gefürchteten Gegnern. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kapitulierten die letzten Inde und zogen in Reservationen.
Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Inde-Kinder von ihren Eltern getrennt und weißen US-Bürgern zur Adoption gegeben. Die Enkel oder Urenkel erfahren dies heute nur noch aus mündlichen Überlieferungen, wenn ein Inde-Kind damals alt genug war, sich zu erinnern.
Demographie
1840 zählten sie etwa 15.000, 1906 nur noch 6.000. Der US-Zensus von 2000 nennt 96.833 Inde, wovon rund 31.000 gemischter ethnischer Herkunft sind.
Siehe auch
Liste nordamerikanischer Indianerstämme, Apache Mohave
Weblinks
- http://www.indianerwww.de/indian/n_apache.htm (Kultur und Stammesstruktur der Inde)
