Indian
thumb|Indian Gespann, Baujahr 1928 Eine Indian ist DAS klassische amerikanische Tourenmotorrad der 1900er bis 1950er Jahre. Harley-Davidson. war stets ein Konkurrent von Indian, verglichen mit Harley-Davidson hatte jedoch eine Indian aufgrund der besseren Technik und der höheren Preise einen größeren Image-Wert.
Indian war weltweit der erste Hersteller von Serienmotorrädern und technisch den Konkurrenten seiner Zeit lange überlegen. Der überwiegende Teil der Maschinen von Indian waren großvolumige V-Zweizylinder-Motoren mit SV- (Seitenventil-) Steuerung in Fahrwerken mit langem Radstand, die eine bequeme, niedrige Sitzposition erlauben. In der äußeren Form und auch der Motortechnik hat dieses Konzept bis heute in den Maschinen von Harley-Davidson überlebt.
In den 1920er Jahren wurden nicht autorisierte Kopien von Indian Motorräder in Deutschland bei Mabeco in Berlin gefertigt. Die Motoren lieferte Siemens und Halske.
Mit der Übernahme der Firma Henderson/Ace wurde Indian zu einem der Pioniere im Bau von Vierzylindermotorrädern. Die technisch zunächst unveränderten Modelle wurden bald umgetauft und hießen fortan Indian Four. In verschieden Varianten [in den [1930-1940]]er Jahren gebaut, hatte dieses Modell einen hervorragenden Ruf als komfortables, leistungsstarkes und langstreckenfähiges Motorrad - in einer Zeit, in der Reisen noch ein Abenteuer war.
Das heute allseits bekannte Bild der Indian wird geprägt von den eleganten vollverkleideten Modellen der Chief Art-Decó auf 2 Rädern. Insbesondere die Baujahre 1946 bis 1949 mit Parallelogrammgabel gelten als gestalterischer Höhepunkt. Seit 1947 allen Indian-Motorrädern gemeinsam ist der beleuchtete Indianerkopf auf dem vorderen Kotflügel, der für viele so sehr mit den Motorrädern der Marke Indian verknüpft ist, dass der Irrglaube herrscht, der Indianerkopf sei originaler Bestandteil aller Baujahre und Modelle.
In Rockerclubs ist oft der Besitz einer Harley-Davidson obligat. Wenn man sie sich leisten kann, ist allerdings auch eine große Indian statthaft - fahrbereite, jedoch aufbaubedürftige Maschinen werden allerdings kaum unter 16.000 Euro gehandelt, der Preis für vollständig originale, gut restaurierte Motorräder kann mehr als 40.000 Euro betragen. Besonders begehrt und teuer sind die Chief der Baujahre 1946 - 1953 und die Indian Four aller Baujahre.
Bis heute im täglichen Einsatz bei Steilwandfahrern sind oftmals Indian-Modelle aus den 20er und 30er Jahren: die Scout mit einem hohen Drehmoment und ruhigem gleichmäßigem Lauf und mit einer bis heute unübertroffen Stabilität und Handlichkeit des Fahrwerks, das optimal ausbalanciert ist, hat für die gefährliche Tätigkeit in der Steilwandtrommel gute Voraussetzungen, damit die Fahrer ihre Künste noch möglichst sicher präsentieren können. Damit dürfte Indian der Weltrekord für die längste kommerzielle Nutzung von Motorrädern sicher sein.
Vor einigen Jahren kam der japanische Hersteller Kawasaki mit einer Neukonstruktion auf den Markt, die optisch sich als fast perfekte Indian-Kopie eines Tourenmodells der 50er Jahre präsentiert. Kurz darauf gab es in den USA den Versuch, die Marke Indian als eigenständigen Hersteller wieder zu beleben, das Unternehmen musste aber 2003 Konkurs anmelden. Damit warten die Fans der Marke weiter auf einen neuen Donnerklang der legendären Maschinen.....
