Indigo
thumb|200px|Indigopflanze Indigo (v. span., lat., griech.: indikón das Indische, nach der Heimat Ostindien) ist ein tiefblauer Farbstoff und namensgebend für seinen Farbton Indigo. Er kann pflanzlich aus der indischen Indigopflanze oder dem einheimischen Färberwaid gewonnen werden. Beide enthalten jedoch kein Indigo, sondern Indican, das zunächst durch Gärung in Indoxyl umgewandelt werden muss. Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo.
Die Indigopflanze gehört zu den Fabaceen. Sie trägt unpaarig gefiederte Blätter (eiförmig, glattrandig) und rote Schmetterlingsblüten in Trauben an den Zweigspitzen. Die Heimat des Indigos liegt abgesehen von Indien, im tropischen Afrika und in China. Der Indigostrauch wurde bereits vor 4000 Jahren kultiviert. Im 16. Jhdt. wurde er nach Europa eingeführt und verdrängte den bereits erwähnten, bei uns üblichen Färberwaid (Isatis tinctoria).
1826 gelang es Otto Unverdorben erstmals Anilin aus Indigo herzustellen. Damit war der Grundstein für eine synthetische Indigogewinnung gelegt.
thumb|100px|Indigo in seiner Leukoform
1878 gelang erstmals die vollsynthetische Herstellung von Indigo aus Isatin durch den deutschen Chemiker Adolf von Baeyer. Seit 1897 wird synthetischer Indigo kommerziell vertrieben und hat die Indigoproduktion aus pflanzlichen Rohstoffen fast völlig verdrängt. Die Vorteile der synthetischen Indigogewinnung sprechen für sich: farbkräftigere Ergebnisse, eine leichtere Dosierung, keine Ernteabhängigkeit und keine wechselnden Farbqualitäten.
Die Summenformel des Indigo lautet C16H10N2O2. Es ist in Ethanol und Wasser nahezu unlöslich.
Heute wird Indigo noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt dafür häufig die farbstoffreichen Arten Indigo arrecta und I. sumatrana.
Bei der Farbstoffgewinnung aus der Indigopflanze wird die Blüte geerntet, gebündelt, und aufgeschichtet. Anschließend wird sie mit Wasser bedeckt (Gärungsküpe) und mit Glucose angesetzt, dazu kommt gelöschter Kalk oder Ammoniak (Alkalisierung). Durch Luftsauerstoff fällt der Farbstoff aus und wird zu einem blauen, unlöslichen Pulver.
Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion in das wasserlösliche Indigoweiß umgewandelt werden. Nach dem Färben entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Diesen Vorgang, der so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt wird, bezeichnet man als Küpenfärberei.
Bei dem Färben von Textilien kann man allerdings auch grüne Farbtöne erzielen. Dies wird durch eine Überfärbungen von Reseda (Färberwau) erreicht.
Bild:Indigo.png
Indigo wird heute in großen Mengen zum Färben von Denim-Stoffen benötigt.
Ein rotvioletter zum Indigo strukturisomerer Farbstoff ist Indirubin.
Ein Abbauprodukt des Indigo ist Isatin.
