Indo-Griechisches Königreich

Das Indo-Griechische Königreich war der Nachfolger des Griechisch-Baktrischen Königreiches, mit Schwerpunkt in Gandhara. Es bestand im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. Bemerkenswert sind z.B. die schönen Münzen dieser Herrschaften und die ethnische wie kulturelle Vielfältigkeit (z.B. Graeco-Buddhismus).

Und zwar hatten die griechisch-baktrischen Könige ab Demetrios I. ihren Machtbereich südlich des Hindukusch ausgedehnt, sie übernahmen Gandhara und angrenzenden Gebiete. Danach teilte sich ihr Staat auf und das alte Kernland Baktrien wurde um 135 BC von den Yüe-tschi erobert. Somit bestanden griechische Herrschaften nur noch südlich des Hindukusch.

Menander, ein Mann mit völlig unklarer Regierungszeit und fraglicher Herkunft führte dieses Restreich zu einem neuen Machthöhepunkt. Er war sicherlich ein General Demetrios II. von Baktrien gewesen, mit dessen Tochter Agathokleia verheiratet, kam offenbar jung an die Macht, seine Machtbasis war Gandhara. Von dort aus versuchten sich seine Griechen ein letztes Mal an der Eroberung Indiens. Aber nach der Eroberung von Pataliputra im Verbund mit zwei indischen Fürsten brach Streit aus und die Griechen mussten das Gangesgebiet wieder räumen.

Trotzdem könnte Menander sowohl der Held griechischer (Plutarch) als auch indischer Zeugnisse -der Milinda des buddhistischen Milindapanha- gewesen sein.

Nach Menanders Tod zerfiel der Staat, die Griechen löschten sich in völlig destruktiven Kämpfen zwischen rund 20 Machthabern gegenseitig aus. Der einzig ernstzunehmende König dieser Zeit, ein gewisser Antialkidas (ca. 100-85 BC) war bereits ein treuer Hindu, wie in einer indischen Inschrift vermerkt wurde.

Die Kämpfe wurden um 70 BC von den Saken ausgenutzt. Diese waren durch den Druck der Yüe-tschi bis ins heutige Afghanistan (Sakastana = Sistan, um 139. v. Chr.) getrieben worden. Die Saken übernahmen unter ihrem König Maues die Reste der Griechenherrschaft und griffen dann nach Indien über, wo sie sich schnell auflösten. Ein letzter griechischer König namens Hermaios (ca. 50 BC-5 u.Z.) erneuerte deren Herrschaft, scheiterte aber schließlich, wobei sich der Gründer des Kushana-Reiches später als dessen Nachfolger ansah.

Übersicht der griechischen Könige Baktriens und Gandharas

Die Regierungszeiten sind nur Anhaltspunkte.

Baktrien:

141-129 v. Chr. wird Baktrien durch die Yüe-tschi besetzt.

Gandhara:

See also: Indo-Griechisches Königreich, 110 v. Chr., 130 v. Chr., 5, 50 v. Chr., 62 v. Chr., 85 v. Chr., Baktrien, Buddhismus, Gandhara