Induktionsschluss

Der Induktionsschluss (lat. inductio : das Hineinführen; Beweisführung durch Anführen ähnlicher Bespiele oder Fälle) - auch: induktiver Schluss - bezeichnet die wichtigste Form der reduktiven Schlussweise, mit deren Hilfe Aussagen bzw. Aussagengefüge (d.h. Theorien) gewonnen werden können.

Manchmal wird unter Induktionsschluss noch das Aufsteigen vom Besonderen zum Allgemeinen verstanden, wobei der Induktionsschluss dem Deduktionsschluss entgegengestellt wird, der vom Allgemeinen zum Besonderen führen soll. Diese Gegenüberstellung stammt von Aristoteles, erschöpft aber die Problemstellung nicht. Aus dem Ansatz der Induktion müssen zunächst die scheinbaren Induktionsschlüsse ausgesondert werden. Zu diesen scheinbaren Induktionsschlüsssen gehören der deduktive Schluss und die in der Mathematik verwendeten Schlüsse mittels vollständiger Induktion.

Die wichtigsten Formen des echten Induktionsschlusses sind:

Es ist nicht ohne weiteres klar, weshalb und ob ein Induktionsschluss erlaubt ist. Diese Frage heißt auch Induktionsproblem. Sehr klar hat diese Frage David Hume erörtert. Eine auf seinen Argumenten aufbauende Argumentation könnte wie folgt aussehen: Ein Induktionsprinzip kann nicht analytisch sein, da sonst hier ein logischer Schluss vorläge. Logische Schlüsse können aber nicht gehaltsvermehrend sein. Ein Induktionsprinzip kann nicht synthetisch a priori wahr sein, denn sonst müssten mit seiner Hilfe gefolgerten Sätze ebenso wahr sein. Sie könnten sich dann nicht mehr a posteriori als falsch erweisen. Dies ist aber ein wesentliches Merkmal von auf Erfahrung basierenden Sätzen. Man könnte argumentieren, wir wissen aus Erfahrung, dass der Induktionsschluss funktioniert. Dazu benötigen wir entweder ein Induktionsprinzip höherer Ordnung, wir brechen die Begründung ab oder wir benutzen einen Zirkelschluss. In jedem Fall kann die Begründung des Induktionsprinzip nicht befriedigend sein. Vertreter des Positivismus sind deshalb der Ansicht, das so genannte Induktionsprinzip könne nicht begründet werden (u.a. Karl Popper). Dies muß aber nicht der Fall sein, da sich nach Poppers eigener Theorie, ein Induktionsprinzip bewährt haben kann, d.h. wir können ein bestimmtes Induktionsprinzip benutzen, weil es uns bisher gute Voraussagen geliefert hat. Alle damit begründeten Hypothesen können jedoch immer noch fehlerhaft sein und sind mit gewisser Unsicherheit behaftet.

Siehe auch

Literatur

Die Philosophie Karl Poppers, Herbert Keuth, Mohr Siebeck 2000

Weblinks


Kategorie:Philosophie Kategorie:Logik


See also: Induktionsschluss, A posteriori, A priori, Abduktion, Allinduktionismus, Analyse, Argument, Aristoteles, David Hume, Deduktion