Informationsmarkt
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Kurzbeschreibung
"Information[[1]] ist ein Wirtschaftsgut besonderer Art." [Wolfgang G Stock]
Der Informationsmarkt ist ein Marktplatz[[2]] auf dem sich Informationsanbieter und Informationsnachfrager zum Austausch von Informationen treffen.
Dies kann elektronisch d.h. über das Internet zB. durch die Wissensplattform Wikipedia oder auch physisch zB. als Fachmesse stattfinden.
Definition
Informationsmärkte sind neben kommerziellen Märkten auch Teilmärkte allgemeiner elektronischer Märkte. Elektronische Märkte unterstützen den Handel mit Gütern jeder Art. Informationsmärkte hingegen realisieren sich über den Austausch von Informationsprodukten und -dienstleistungen (Informationsgütern). Rainer Kuhlen [3]
Zweck
Das Angebot an verfügbaren Erkenntnissen und Technologien wird in quantitativer und qualitativer Hinsicht immer umfangreicher und zur selben Zeit immer komplexer. Es verlangt nach fachlich qualifizierten und erfahrenen Spezialisten, die Informationskompetenz besitzen müssen; d.h. Kenntnisse über den Informationsmarkt, im speziellen über die Formen der Produktion, Aufbereitung, Verteilung, Vermittlung und Nutzung von Wissen und Information. In der Folge hat sich aus der Notwendigkeit Information zu konzentrieren und weiter zu vermarkten ein eigenständige Markt herausgebildet. Oft wird die Informationsökonomie, allgemein die Vermarktung von Wissen, schon als vierter Sektor neben Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen gesehen.
Anwendung
"Bei Informationsmärkten wird traditionell zwischen Fachinformationsmärkten und Publikumsmärkten unterschieden. Jedoch werden die Grenzen zwischen diesen beiden Märkten sind jedoch, durch die Konvergenzeffekte des Internet, fließend. Fachinformationsmärkte stellen Leistungen (Informationsgüter) bereit, die in der Regel der informationellen Absicherung von professionellem Handeln (in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medien, etc.) dienen. Auf Publikumsmärkten geht es um den Konsum von Informationsgütern (Musik, Filme, Literatur), deren Nutzung also als Zweck in sich selbst gesehen wird." [4] (Rainer Kuhlen)
Soweit der Informationsmarkt lokal abgehalten wird, also nicht virtuell ist, erinnert er im Aufbau an einen kommerziellen Markt mit Einzelanbietern, die Informationsnachfragern zur Verfügung stehen. Zur weiteren Aufbereitung der angeboten Information können so genannte Drehbücher den Informationsnachfragern einen nach Fachthemen oder Fragenkreisen vorgegebenen Weg durch den Informationsmarkt geben. Diese Drehbücher sind auf Messen oft in Form von gedruckten Messeführern erhältlich. Ein Moderator kann die Informationsmenge weiter auf den Besucher zuschneidern, indem er den für den Besucher passende Inhalte auswählt und so die Summe der Informationsinhalte für den Informationsnachfrager massschneidert.
Einen speziellen Platz darunter nimmt der Informationsbroker ein, welcher unterschiedliche Informationen gebündelt anbietet. Es hat sich gezeigt, dass zusätzlich angebotene Informationsgüter die Auswahl für jeden Konsumenten erhöhen. Damit steigt die Chance, dass ein Informationsgut zur Deckung des Informationsbedarfs angeboten wird, beziehungsweise steigt die Auswahl, falls mehrere konkurrierende Güter angeboten werden. Diese Effekte vergrößern den erwarteten Nutzen der Konsumenten durch die Teilnahme am Markt und ziehen dadurch zusätzliche Konsumenten an. Für den Informationsanbieter ist die Anzahl der potentiellen Konsumenten, die ein Informationsbroker auf sich konzentrieren kann, ausschlaggebend. Mehr Konsumenten führen zu einer höheren Chance, dass das angebotene Informationsgut benötigt wird, was zu einer Erhöhung des erwarteten Nutzens der Anbieter führt. Diese Erhöhung führt dazu, dass zusätzliche Anbieter dem Netzwerk beitreten, und dass dadurch die Auswahl für Konsumenten größer wird.
Zusammengefasst kann man festhalten, dass der Nutzen eines Brokers und damit die Nachfrage nach seiner Vermittlungsleistung von folgenden Aspekten abhängt:
- Den Eigenschaften des Marktes. Je unübersichtlicher der Markt ist, und je höher dadurch die Suchkosten sind, desto stärker werden die Netzwerkeffekte aus der Größe des Marktes gedämpft, und desto mehr Nutzen kann die Informationsfunktion eines Brokers bieten.
- Den Eigenschaften des Informationskanals des Brokers. Je übersichtlicher und vollständiger der Broker Konsumenten über Angebote informiert, desto kleiner werden die Suchkosten, und damit werden die Netzwerkeffekte und der entstehende Nutzen erhöht.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Bündelung von spezifischen Informationen an einem Ort
- bei Publikums- und Fachmessen auch zeitliche Konzentration spezifischer Informationen
- durch Bündelung von Information im Markt entsteht eine Nutzensteigerung für Informationsnachfrager
- der Informationsmarkt bietet Möglichkeiten Gleichgesinnte und Kooperationspartner am Informationsmarkt zu finden
- der Informationsmarkt ist Quelle für Innovationsansätze
Nachteile
- Zugangskosten, um am Informationsmarkt zu partizipieren
- Informationsüberflutung bzw Generalisierung der Information bei zu breiten Plattformen oder Veranstaltungen
- Informationsmarkt kann als Quelle für Plagiate dienen
- potentielle hohe Informationskonzentration durch Informationsbroker
- potentielle Auschließbarkeit von Informationsanbietern von einem spezifischen Informationsmarkt durch den verwaltenden Informationsbroker
Literaturverzeichnis
1. Wolfgang G Stock, Qualitäts- und Vertrauensmanagement auf dem Informationsmarkt, abgerufen am 07.04.2005
2. Rainer Kuhlen,Informationsmarkt, abgerufen am 8.4.2005
3. Michael Hahsler, Nutzen eines Brokers auf dem Informationsmarkt, abgerufen am 08.04.2005
